Personelle Veränderungen im Management und eine skeptischere Einschätzung von Analystenseite prägen den Wochenauftakt beim Sportartikelhersteller Puma. Nachdem das Unternehmen am Freitag den bevorstehenden Abschied von Vertriebsvorstand Matthias Bäumer ankündigte, passte gestern die kanadische Bank RBC ihre Erwartungen für die Aktie an. Im heutigen Handel gibt der Kurs um 1,0 Prozent auf 21,34 Euro nach.
RBC sieht Risiken für das Geschäftsjahr 2027
RBC-Analyst Piral Dadhania senkte gestern das Kursziel für das Papier von 25 Euro auf 23 Euro, behielt die Einstufung jedoch auf „Sector Perform“. Der Experte verwies zwar auf kleine Schritte in die richtige Richtung, mahnte jedoch vor anhaltenden Umsatzrisiken mit Blick auf das Geschäftsjahr 2027. Nach dem Schlusskurs vom Freitag bei 21,55 Euro reflektiert das reduzierte Kursziel die verhaltene Stimmung für die gesamte Sportartikelbranche.
Auf operativer Ebene stehen den Herzogenaurachern unmittelbare Übergänge in der Führungsriege bevor. Chief Commercial Officer Matthias Bäumer legt sein Vorstandsmandat zum 30. September aus persönlichen Gründen nieder. Vorstandschef Arthur Höld übernimmt die Verantwortung für den weltweiten Vertrieb übergangsweise selbst, um die Kontinuität in den Vertriebskanälen zu wahren.
Neubesetzung im Sportmarketing und Restrukturierung
Flankiert wird der Umbau an der Spitze durch eine Verstärkung im Marketingbereich. Am 9. September vermeldete das Unternehmen die Verpflichtung von Steve Cecchini als Senior Vice President Sports Marketing. Cecchini, der zuvor bei Nike den Bereich Global Football Clubs, Federations, Leagues & Partnerships leitete, tritt seinen Posten zum 1. Oktober an und berichtet direkt an CEO Arthur Höld.
Der personelle Neuanfang fällt in eine anspruchsvolle Phase der Neuausrichtung. Im zweiten Quartal 2026 war der währungsbereinigte Umsatz um 9,4 Prozent auf 1.690,6 Millionen Euro gesunken. Das operative Ergebnis (EBIT) lag mit minus 53,1 Millionen Euro im negativen Bereich, verbesserte sich jedoch gegenüber dem Vorjahresverlust von minus 109,1 Millionen Euro.
Für das Gesamtjahr 2026 hält das Management an der Prognose eines währungsbereinigten Umsatzrückgangs im niedrigen bis mittleren einstelligen Prozentbereich sowie einem EBIT zwischen minus 50 Millionen und minus 150 Millionen Euro fest. Auf Sicht der vergangenen 30 Tage summieren sich die Kursverluste der Aktie mittlerweile auf 20 Prozent.
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