Puma-Aktie: Chinesisches Interesse sorgt für Bewegung!

Der chinesische Sportartikelhersteller Anta Sports hat ein Angebot für den 29-prozentigen Puma-Anteil der Familie Pinault abgegeben.

Auf einen Blick:
  • Anta Sports hat laut Quellen ein Angebot für den 29-Prozent-Anteil der Familie Pinault abgegeben
  • Die Verhandlungen stocken derzeit, Artemis erwartete wohl über 40 Euro je Aktie
  • Puma-Chef Arthur Hoeld arbeitet an einer Turnaround-Strategie nach enttäuschenden Verkaufszahlen
  • Anta hat bereits Erfahrung mit der Übernahme und Neuausrichtung westlicher Sportmarken

Die Aktie von Puma bewegt sich seit Monaten unter Druck. Gegenüber dem Vorjahr hat das Papier rund 50 Prozent an Wert verloren, die Marktkapitalisierung ist auf 3,3 Milliarden Euro gesunken. Hinter den Kulissen scheint sich jedoch etwas zu bewegen: Der chinesische Sportartikelhersteller Anta Sports hat vor einigen Wochen ein Angebot für den 29-prozentigen Anteil der französischen Familie Pinault abgegeben, wie drei mit den Gesprächen vertraute Personen berichten.

Anta habe die Finanzierung für eine mögliche Übernahme bereits gesichert, heißt es aus Kreisen. Allerdings scheinen die Verhandlungen ins Stocken geraten zu sein. Die Investmentgesellschaft Artemis, die den Puma-Anteil für die Familie Pinault hält, hatte offenbar Gebote von über 40 Euro je Aktie erwartet. Zum aktuellen Kurs liegt die Bewertung deutlich darunter.

Turnaround-Strategie unter neuem Chef gefordert

Die schwache Kursentwicklung spiegelt die operative Situation bei Puma wider. Produkteinführungen wie der Speedcat-Sneaker konnten nicht die erhoffte Begeisterung auslösen, während Wettbewerber wie Adidas, On und Hoka bei Kunden punkteten. Im Oktober stellte der neue Chef Arthur Hoeld seine Strategie zur Neuausrichtung vor. Die Verkaufszahlen waren zuvor deutlich zurückgegangen.

Für die Familie Pinault, die über Artemis auch den Luxuskonzern Kering mit Marken wie Gucci kontrolliert, gilt die Beteiligung als nicht strategisch. Eine Quelle aus dem Umfeld von Artemis hatte bereits im September erklärt, dass ein Verkauf zur damaligen Bewertung nicht infrage käme. Seitdem ist die Aktie allerdings um 15 Prozent gestiegen.

Anta bringt Erfahrung mit westlichen Marken mit

Der potenzielle Käufer aus Hongkong hat sich in der Vergangenheit einen Namen mit der Übernahme und Neuausrichtung westlicher Sport- und Lifestyle-Marken gemacht. 2019 führte Anta ein Konsortium an, das Amer Sports erwarb. Zu diesem Unternehmen gehören unter anderem der Schlägerhersteller Wilson und die Bergsportmarke Salomon. Bereits im November war bekannt geworden, dass Anta ein Angebot für Puma prüfe.

Artemis steht derzeit unter Beobachtung von Investoren, da das Unternehmen Schulden aufgebaut hat, während François-Henri Pinault versuchte, das Portfolio über Gucci hinaus zu diversifizieren. Dies geschah in einer Phase rückläufiger Verkäufe im Luxussegment. Wie sich die Gespräche zwischen Anta und Artemis entwickeln werden, lässt sich derzeit schwer einschätzen. Die Preisvorstellungen scheinen noch auseinanderzuliegen, während Puma gleichzeitig an seiner operativen Wende arbeitet.

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