Berenberg hält Pumas Neuausrichtung für aussichtsreich und hat heute die Kaufempfehlung mit einem Kursziel von 40 Euro bestätigt. Analyst Nick Anderson sieht bislang ungenutztes Markenpotenzial. Das neue Management könne dieses mit Unterstützung des neuen Aktionärs Anta Sports erschließen. Für Anleger steht damit die erwartete Wirkung des Umbaus im Mittelpunkt, nicht allein der Wechsel im Aktionärskreis.
Markenpotenzial soll Wachstum zurückbringen
Nach einem Treffen mit dem Management zeigt sich Berenberg zuversichtlich, dass die umfassende Restrukturierung konkrete Verbesserungen bringen dürfte. Das Führungsteam unter CEO Arthur Hoeld könne Antas Erfahrung nutzen, um das Wachstum wieder anzukurbeln. Die zugrunde liegende Studie stammt vom Freitag.
Die Bank blendet die schwierigen Marktbedingungen dabei nicht aus. Umfangreiche Rabattaktionen im Sportartikelmarkt belasten kurzfristig das Umfeld. Berenbergs positive Einschätzung beruht deshalb nicht auf einer bereits abgeschlossenen Erholung, sondern auf den erwarteten Fortschritten der Neuausrichtung.
Das unveränderte Kursziel gilt für einen Horizont von zwölf Monaten. Mit einem aktuellen Aktienkurs von 23,07 € liegt die Börsenbewertung je Anteil deutlich darunter. Die Empfehlung beschreibt damit eine erwartete Erholung, deren operative Grundlage Puma noch unter Beweis stellen muss.
Antas Einstieg eröffnet Möglichkeiten
Anta ist nach einem Kauf für rund 1,5 Milliarden Euro mit 29,06 Prozent größter Puma-Aktionär. Das Unternehmen will Puma mit seiner Erfahrung im Markenmanagement und Einzelhandel unterstützen. Gerade diese Fähigkeiten bilden einen wesentlichen Baustein der positiven Berenberg-Einschätzung.
Die Beteiligung bedeutet allerdings keine vollständige Übernahme. Anta will Pumas unabhängige Unternehmensführung und Markenautonomie respektieren. Ein Übernahmeangebot ist derzeit nicht geplant. Zugleich strebt der neue Aktionär eine angemessene Vertretung im Aufsichtsrat an.
Hoeld hat Anta begrüßt und das Ziel bekräftigt, Puma zu einer der führenden globalen Sportmarken zu entwickeln. Der Einstieg liefert somit einen strategischen Ansatz für die Neuausrichtung. Einen Beleg für bereits verbesserte Geschäftsergebnisse liefert er noch nicht.
Quartalszahlen als operativer Prüfstein
Die nächste Gelegenheit zur Überprüfung bietet die Zahlenvorlage am 30.10.2026. Für das dritte Quartal erwartet das Analysehaus mwb einen Umsatz von rund 1,76 Milliarden Euro. Damit würde das Geschäft weiter schrumpfen.
Die Schätzung sieht außerdem einen Umsatzrückgang von etwa 6 Prozent gegenüber dem Vorjahr und einen operativen Verlust von rund 15 Millionen Euro vor. Diese Werte sind Erwartungen, keine bereits gemeldeten Ergebnisse.
Auch Pumas eigener Ausblick spricht gegen eine schnelle Normalisierung. Das Unternehmen bezeichnet das laufende Jahr als Übergangsjahr. Wachstum soll erst danach zurückkehren. Damit bleibt die zeitliche Trennung zwischen strategischen Fortschritten und einer wirtschaftlichen Erholung für Anleger entscheidend.
Für 2026 erwartet Puma einen währungsbereinigten Umsatzrückgang im niedrigen bis mittleren einstelligen Prozentbereich. Der prognostizierte EBIT-Verlust liegt bei 50–150 Millionen Euro. Ab 2027 zielt das Unternehmen wieder auf Wachstum.
Berenbergs Kaufempfehlung setzt folglich auf die Wirkung des Umbaus über die kurzfristige Schwächephase hinaus. Die kommenden Geschäftszahlen werden zeigen, wie weit Puma auf diesem Weg operativ bereits vorangekommen ist. Antas Expertise stärkt die strategische Perspektive; die angekündigte Erholung muss sich dennoch im Geschäft niederschlagen.
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