Puma hat die detaillierten Ergebnisse für das zweite Quartal und das erste Halbjahr 2026 vorgelegt. Während der Sportartikelhersteller mit einem deutlichen Umsatzrückgang kämpft, lieferten die Zahlen zum operativen Ergebnis und zur Liquidität positive Überraschungen. Medienberichten zufolge verzeichnete die Aktie im Wochenverlauf dennoch einen Rückgang von 4,95 Prozent, da Investoren die anhaltende Schwäche in den westlichen Märkten kritisch hinterfragten.
Operative Verluste verringert trotz sinkender Nachfrage
Im zweiten Quartal 2026 sank der währungsbereinigte Umsatz von Puma um 9,4 Prozent auf 1.690,6 Millionen Euro. Das Unternehmen führt diese Entwicklung auf gezielte Reset-Maßnahmen sowie eine generell schwache Nachfrage zurück. Dennoch gelang es dem Konzern, das operative Ergebnis (EBIT) im Vergleich zum Vorjahreszeitraum zu verbessern. Der operative Verlust belief sich auf 53,1 Millionen Euro, nachdem im zweiten Quartal des Vorjahres noch ein Minus von 109,1 Millionen Euro verzeichnet worden war.
Ein deutliches Ausrufezeichen setzte das Unternehmen beim Cashflow. Der Freie Cashflow sprang im zweiten Quartal auf 328,8 Millionen Euro an, was eine massive Steigerung gegenüber den 94,9 Millionen Euro des Vorjahres darstellt. Erreicht wurde dies vor allem durch ein effizienteres Management des Working Capital und reduzierte Investitionen. Parallel dazu treibt Puma den personellen Umbau voran: Zur Stärkung des Direktgeschäfts wurde im Juli Dusan Hamlin zum Vice President E-Commerce ernannt, während Marcia Dos Santos die Leitung der Business Unit Core übernahm.
Analysten bewerten Margenstärke und Strategie
Unter den Experten lösten die Zahlen geteilte Reaktionen aus. Analyst Nick Anderson vom Analysehaus Berenberg stufte die Aktie am Dienstag weiterhin als Kauf („Buy“) mit einem Kursziel von 40,00 Euro ein. Er verwies dabei insbesondere auf die Fortschritte bei der Rohertragsmarge, die trotz des schwierigen Marktumfelds auf 48,0 Prozent zulegen konnte. Dies wertete die Bank als Zeichen für eine verbesserte operative Disziplin.
Dagegen zeigten sich die Analysten von RBC Capital Markets am Montag skeptischer. Sie beließen das Rating auf „Sector Perform“ mit einem Kursziel von 25,00 Euro. Aus Sicht der Experten befindet sich der strategische Umbau des Sportartikelherstellers noch in einer frühen Phase, weshalb eine nachhaltige Trendwende noch nicht sicher absehbar sei. Andere Medienberichte weisen zudem darauf hin, dass Belastungen durch den Nahostkonflikt und eine zähe Rückeroberung von Marktanteilen die Stimmung der Marktteilnehmer dämpfen.
Bestätigte Jahresprognose und technische Marken
Trotz der Umsatzhürden hält das Management an seinen Zielen für das Gesamtjahr 2026 fest. Erwartet wird weiterhin ein EBIT in einer Spanne zwischen minus 50 Millionen Euro und minus 150 Millionen Euro. Ein wesentlicher Stabilitätsfaktor in der Aktionärsstruktur bleibt der chinesische Konzern Anta Sports, der seit Anfang des Jahres einen Anteil von 29,06 Prozent hält.
An der Börse beendete die Aktie den Handel am gestrigen Freitag bei 27,18 Euro. Damit liegt das Papier seit Jahresbeginn zwar mit 21,88 Prozent im Plus, notiert jedoch weiterhin 9,88 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch, das am 28. Mai bei 30,16 Euro erreicht wurde. Anleger richten ihr Augenmerk nun auf den 30. Oktober, wenn Puma die Ergebnisse für das dritte Quartal präsentieren wird.
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