Publicis Aktie: Prognose trotzt Gewinnminus

Publicis senkt Halbjahresgewinn, hebt aber Jahresprognose an. Starkes organisches Wachstum und Analystenoptimismus treiben die Aktie.

Auf einen Blick:
  • Bereinigter Nettogewinn im ersten Halbjahr gesunken
  • Organisches Wachstum beschleunigt sich auf 4,8 Prozent
  • Jahresprognose für Wachstum und Cashflow erhöht
  • Nordamerika und China als Wachstumstreiber

Sinkender Gewinn, aber steigender Kurs — bei Publicis passt auf den ersten Blick nichts zusammen. Der französische Werbekonzern meldete für das erste Halbjahr einen Rückgang beim bereinigten Nettogewinn, hob aber gleichzeitig die Jahresprognose an. Die Börse entschied sich für Optimismus.

Gewinn fällt, Wachstum beschleunigt

Der Nettogewinn sank im ersten Halbjahr auf 793 Millionen Euro, nach 824 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Das Ergebnis je Aktie fiel entsprechend von 3,25 auf 3,15 Euro, bereinigt weist Publicis 3,52 Euro aus. Der Umsatz kletterte dagegen leicht auf 7,229 Milliarden Euro.

Entscheidender als die Gewinnzahl war für die Anleger das organische Wachstum. Im zweiten Quartal legte der Konzern um 4,8 Prozent zu — eine Beschleunigung gegenüber dem ersten Quartal und das trotz eines anspruchsvolleren Vorjahresvergleichs. Publicis reagierte darauf mit einer angehobenen Jahresprognose: Die organische Wachstumsspanne für 2026 liegt jetzt bei 4,5 bis 5,0 Prozent, zuvor waren es 4,0 bis 5,0 Prozent. Auch beim freien Cashflow rechnet der Konzern jetzt mit rund 2,2 statt 2,1 Milliarden Euro.

Nordamerika und China treiben das Geschäft

Regional zeigt sich ein klares Bild. Nordamerika, die größte Region des Konzerns, wuchs um 5,4 Prozent, angeführt vom US-Markt mit 5,5 Prozent. Europa legte um 5,0 Prozent zu, China sogar um 7,5 Prozent. Lateinamerika steuerte ein Plus von 11,0 Prozent bei und glich damit die Schwäche im Nahen Osten und in Afrika aus, wo der regionale Konflikt die Umsätze belastete.

CEO Arthur Sadoun führt die positive Entwicklung auf anhaltende Neugeschäftserfolge der vergangenen 18 Monate, Investitionen in KI-Fähigkeiten sowie die Übernahmen von LiveRamp und 160over90 zurück. JPMorgan bestätigte sein Overweight-Rating und hob das Kursziel von 131 auf 133 Euro an — Teil eines breit bullishen Analystenbilds mit 15 Kaufempfehlungen und keiner einzigen Verkaufsempfehlung.

Für den weiteren Kursverlauf bleibt die 52-Wochen-Spanne zwischen 68,83 und 92,33 Euro der Referenzpunkt — mit deutlichem Abstand zum Jahreshoch bleibt nach der Prognoseanhebung Raum nach oben. Für die Jahre 2027 und 2028 bestätigte Publicis zudem seine Ziele von durchschnittlich 7 bis 8 Prozent organischem Nettoumsatzwachstum und 8 bis 10 Prozent Gewinnwachstum je Aktie pro Jahr.

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