Prysmian Aktie: 1,25 Milliarden Dollar für US-Ausbau

Prysmian baut US-Produktion für Glasfaserkabel massiv aus und übernimmt Atkore für 3,8 Mrd. USD. Prognose angehoben.

Auf einen Blick:
  • Über eine Milliarde Dollar Investition
  • Neue Glasfabrik in North Carolina
  • Übernahme von Atkore für 3,8 Mrd. Dollar
  • Prognose nach starkem Halbjahr angehoben

Der Kabelhersteller Prysmian verstärkt seine Präsenz auf dem nordamerikanischen Markt massiv. Mit einem Investitionsprogramm von mehr als einer Milliarde US-Dollar reagiert das Unternehmen auf den weltweit steigenden Bedarf an Glasfaserinfrastruktur.

Getrieben wird diese Entwicklung vor allem durch den Ausbau von Rechenzentren im Zuge des aktuellen KI-Booms. Die geplanten Maßnahmen sollen die Produktionskapazitäten für optische Kabel und Fasern in den Vereinigten Staaten mehr als verdoppeln und rund 600 neue Arbeitsplätze in der Fertigung schaffen.

Massive Kapazitätserweiterung in den USA

Das Investitionspaket verteilt sich auf drei strategische Standorte in North Carolina, South Carolina und Tennessee. Den größten Anteil erhält dabei der Standort Claremont in North Carolina. Hier fließen Unternehmensangaben zufolge mehr als eine Milliarde US-Dollar in die Erweiterung.

Behördenvertreter aus North Carolina bestätigten zudem, dass in diesem Zuge eine neue Glasfabrik entstehen soll. Ziel ist eine vertikale Integration der Faserproduktion, um die Lieferketten robuster zu gestalten und die Effizienz zu steigern.

Weitere Investitionen entfallen auf Jackson in Tennessee mit rund 100 Millionen US-Dollar sowie auf Lexington in South Carolina mit etwa 80 Millionen US-Dollar. Medienberichten zufolge beläuft sich das gesamte Investitionsvolumen für diese Projekte auf etwa 1,25 Milliarden US-Dollar.

Die Erhöhung der Kapazitäten ist eine direkte Antwort auf die steigende Nachfrage nach Hochgeschwindigkeitsverbindungen, die für moderne Datenzentren unerlässlich sind.

Strategische Übernahmen und starke Halbjahreszahlen

Neben dem organischen Wachstum treibt Prysmian seine Expansion durch Zukäufe voran. Wie Reuters berichtete, einigte sich das Unternehmen am 3. August auf die Übernahme der US-amerikanischen Electrical Infrastructure Group Atkore.

Die Transaktion hat ein Volumen von 3,8 Milliarden US-Dollar und unterstreicht die Ambitionen von Prysmian im US-Elektrosektor. Bereits am Tag zuvor hatten Berichte von Bloomberg über fortgeschrittene Verhandlungen den Markt aufhorchen lassen.

Diese Expansionsstrategie findet auf Basis einer soliden wirtschaftlichen Entwicklung statt. In der Berichterstattung zu den Ergebnissen des ersten Halbjahres 2026 wurde am 4. August eine starke Performance hervorgehoben. Infolgedessen hob die Unternehmensführung die Prognose für das laufende Geschäftsjahr an. Analysten werteten diesen Schritt als Zeichen für die hohe operative Stärke des Konzerns in einem dynamischen Marktumfeld.

Kursentwicklung und Einschätzungen der Analysten

An der Börse wird die Entwicklung des Titels aufmerksam verfolgt. Die Aktie schloss am Freitag bei 124,85 Euro. Seit Jahresbeginn konnte das Papier einen Zuwachs von 45 Prozent verzeichnen und gehört damit zu den starken Performern im Sektor.

Dennoch notiert der Kurs derzeit etwa 6,5 Prozent unter seinem gleitenden Durchschnitt der letzten 50 Tage. Am Freitag wurde zudem bekannt, dass mit Persson ein Insider ein Aktienpaket von 5.000 Stück veräußert hat.

Die Einschätzungen der Bankhäuser fielen zuletzt unterschiedlich aus. Die Analysten von Bernstein stuften das Papier am 13. August von „Outperform“ auf „Market Perform“ ab, hoben jedoch gleichzeitig das Kursziel von 110 Euro auf 145 Euro an.

Wenige Tage zuvor, am 7. August, zeigte sich Berenberg optimistischer und stufte die Aktie auf „Buy“ hoch, wobei ebenfalls das Kursziel nach oben korrigiert wurde. Die Experten sehen in der Marktführerschaft bei Spezialkabeln und der starken Positionierung im US-Geschäft weiterhin langfristiges Potenzial für Investoren.

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