Prudential Financial zieht offenbar die Reißleine in Indien. Die Investmentsparte PGIM Inc. des US-Versicherungsriesen hat die Beratungsgesellschaft EY beauftragt, einen möglichen Verkauf der indischen Asset-Management-Tochter zu prüfen. Das berichten mit der Angelegenheit vertraute Personen. Nach zehn Jahren endet damit möglicherweise ein Engagement, das nie richtig in Fahrt kam.
Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache. PGIM India verwaltet gerade einmal Vermögen in Höhe von rund 266 Milliarden Rupien, umgerechnet etwa 3 Milliarden Dollar. Ein Wachstum gab es in den vergangenen Jahren kaum. Stattdessen häuften sich die Verluste. Im Geschäftsjahr bis März 2025 wuchs der Nettoverlust nach Steuern auf über 235 Millionen Rupien an.
Während andere expandieren, steigt Prudential aus
Die Ironie der Situation liegt auf der Hand. Während Prudential den Rückzug erwägt, setzen Wettbewerber massiv auf den indischen Markt. BlackRock investiert aggressiv, um von der wachsenden Aktienkultur im Land zu profitieren. Im vergangenen Jahr kaufte sich WestBridge Capital mit 15 Prozent bei Edelweiss Asset Management ein, das sein nationales Geschäft kräftig ausbaut.
PGIM hatte die indische Einheit 2015 von der Deutsche Bank übernommen. Damals schien Indien ein vielversprechender Markt zu sein. Doch die Strategie der Amerikaner unterschied sich offenbar grundlegend von der Konkurrenz. Während andere auf Expansion setzten, blieb PGIM India im Mittelmaß stecken. Im Juli 2025 wurde noch ein neuer Chef installiert, doch auch das konnte die Trendwende offenbar nicht bringen.
Für Prudential Financial dürfte der Verkauf eine Bereinigung des Portfolios bedeuten. Die globale Investmentfirma verwaltet insgesamt rund 1,5 Billionen Dollar. Da fällt eine verlustbringende Drei-Milliarden-Einheit kaum ins Gewicht. Manchmal ist der Ausstieg eben die bessere Strategie als das Festhalten an einer Fehlinvestition.
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