Die Technologieholding Prosus treibt den Umbau ihres Portfolios voran und stützt den Kurs weiterhin mit massiven Mitteln. Wie das Unternehmen mitteilte, erwarb Prosus zwischen dem 5. und 9. Oktober im Rahmen seines laufenden Rückkaufprogramms 2.361.582 eigene Aktien.
Der durchschnittliche Kaufpreis lag bei 35,36 Euro je Anteilsschein, was einem Gesamtaufwand von rund 83,5 Millionen Euro entspricht. Am gestrigen Dienstag schloss das Papier bei 35,91 Euro, womit es sich nur knapp über seinem 52-Wochen-Tief von 34,41 Euro bewegt.
Das offene Rückkaufprogramm für Anteile an Prosus und der südafrikanischen Muttergesellschaft Naspers läuft bereits seit Juni 2022. Auch Naspers selbst griff in der vergangenen Woche am Markt zu und kaufte 560.739 eigene Papiere für mehr als 396 Millionen ZAR zurück. Ziel der andauernden Maßnahmen ist es unter anderem, die Zahl der frei gehandelten Aktien zu verringern und den Gewinn je Aktie rechnerisch zu stärken.
Tencent-Mittel zur Schließung der Bewertungslücke
Die Finanzierung der kontinuierlichen Rückkäufe stützt sich weiterhin maßgeblich auf die größte Position der Gruppe. Wie Amsterdam Times heute berichtete, verringert Prosus die langjährige Beteiligung am chinesischen Internetkonzern Tencent in schrittweisen Tranchen.
Mit den daraus freigesetzten Barmitteln will das Management vor allem den hartnäckigen Bewertungsabschlag verringern, der unverändert zwischen dem aktuellen Börsenwert von Prosus und dem rechnerischen Wert der zugrunde liegenden Portfolioanlagen klafft.
Neben den Erlösen aus gezielten Anteilsverkäufen fließen der Holding erhebliche Beträge aus laufenden Ausschüttungen zu. Diese üppigen Dividendenerträge aus der Beteiligung an dem chinesischen Konzern dienen als verlässliche Liquiditätsquelle, um die strategische Neuausrichtung mit frischem Kapital auszustatten.
Bereinigung bei Software und Vorstoß in KI
Parallel zu den Markttransaktionen ordnet Prosus seine Beteiligungen im operativen Technologiebereich neu. Nach Angaben von Amsterdam Times hat das Unternehmen den bilanziellen Wert mehrerer Beteiligungen an Bildungssoftware nach unten korrigiert. Diese Engagements stammten noch aus der Phase der Pandemie und entsprachen nicht mehr den aktuellen Ertragserwartungen.
Im Gegenzug lenkt das Management das freiwerdende Investitionskapital gezielt in zukunftsträchtigere Wachstumsfelder. Prosus verstärkt gegenwärtig sein Engagement in Unternehmen für künstliche Intelligenz und maschinelles Lernen. Zudem baut die Holding ihre Investitionen in europäische Bildungsplattformen sowie in Unternehmen aus dem Bereich der Essenslieferungen weiter aus.
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