Tencent-Verkäufe finanzieren eigene Aktien
Prosus treibt die Verringerung seines Bewertungsabschlags weiter voran. Die Technologie-Holding finanziert eigene Aktienrückkäufe weiterhin durch den schrittweisen Abbau ihrer Beteiligung am chinesischen Internetkonzern Tencent.
Ziel dieser Transaktionen bleibt es, die Spanne zwischen dem Börsenwert von Prosus und dem Nettoinventarwert der zugrunde liegenden Portfolioanlagen zu verringern. Parallel dazu nutzt der Konzern erhebliche Dividendeneinnahmen aus der Tencent-Beteiligung, um Investitionen in europäische Technologieunternehmen aus den Bereichen Bildung und Essenslieferung auszubauen.
Nächster Vorstoß im indischen Fintech-Markt
Neben den Aktivitäten in Europa richtet Prosus den Blick verstärkt auf den Wachstumsmarkt Indien. Medienberichten zufolge verhandelt das indische Kreditmanagement-Startup Oolka über eine Finanzierungsrunde von rund 45 Millionen US-Dollar.
Prosus plant demnach, sich mit rund 10 Millionen US-Dollar an dem Unternehmen zu beteiligen. Den Hauptteil der Runde soll voraussichtlich der Investor Bessemer übernehmen, während sich auch bestehende Geldgeber wie Accel und Lightspeed engagieren wollen.
Die Finanzierungsrunde ist zwar noch nicht abgeschlossen und die Konditionen können sich noch ändern, doch das Vorhaben unterstreicht die Wachstumsambitionen. Das 2024 gegründete Startup, das softwaregestützte Lösungen für Bonitätsprüfungen und Darlehensrückzahlungen entwickelt, könnte dabei mit rund 200 Millionen US-Dollar bewertet werden. Erst im August hatte Prosus eine Investition von 100 Millionen US-Dollar in den indischen Finanzdienstleister Navi angekündigt.
Vor rund einem Monat hatte die Holding bereits ihre KI-Investitionen verstärkt. Die geplante Beteiligung an Oolka würde sich in eine Serie neuer Engagements einreihen, mit denen das Management das Portfolio breiter diversifiziert und zukunftsträchtige Segmente erschließt. Zugleich signalisiert der Einstieg, dass der Konzern die freiwerdenden Mittel aus den asiatischen Großbeteiligungen gezielt in dynamisch wachsende Plattformen reinvestiert.
Erholungspotenzial aus Sicht der Analysten
Am Aktienmarkt notiert das Papier von Prosus heute bei 35,34 Euro, womit der Titel knapp 2,7 Prozent über seinem 52-Wochen-Tief liegt. Seit Jahresanfang verzeichnet die Aktie einen Rückgang von 33 Prozent.
Die Einschätzungen führender Analysehäuser fallen ungeachtet des schwachen Kursverlaufs positiv aus. So bestätigte die Deutsche Bank ihre Kaufempfehlung für den Titel, während Morgan Stanley die Einstufung auf „Overweight“ beließ. Marktbeobachter werten die Reallokation der Tencent-Mittel und die kontinuierlichen Aktienrückkäufe als wichtiges Signal, um den Bewertungsabschlag zum inneren Portfoliowert schrittweise zu verringern.
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