Die Aktie der Beteiligungsgesellschaft Prosus unternimmt am heutigen Freitag einen Erholungsversuch, nachdem das Papier erst am gestrigen Donnerstag ein neues Jahrestief markiert hatte. Während sich der Titel im heutigen Handel leicht stabilisiert, blicken Anleger auf eine Reihe von Unternehmensmeldungen, die von personellen Veränderungen bis hin zu konkreten Dividendenzahlungen reichen.
Strategische Neuausrichtung und NAV-Update
Am Freitag vergangener Woche legte das Unternehmen eine aktuelle Zusammenfassung seines Nettoinventarwerts (NAV) vor. Diese regelmäßigen Veröffentlichungen dienen Investoren als wichtiger Gradmesser für den inneren Wert des Portfolios, das maßgeblich von der Beteiligung am chinesischen Internet-Giganten Tencent geprägt wird. Parallel dazu festigte das Unternehmen seine Führungsstruktur: Auf der Hauptversammlung am 26. August wurde die Ernennung von Arnold Goldberg zum nicht-geschäftsführenden Vorstandsmitglied bestätigt.
Trotz dieser strukturellen Schritte notiert die Aktie weiterhin unter Druck. Seit Jahresanfang verzeichnet das Papier ein Minus von 32 %. Mit einem aktuellen Kurs von 35,91 Euro liegt der Wert nur noch rund 2,0 % über dem gestrigen 52-Wochen-Tief. Diese Entwicklung spiegelt die allgemeine Zurückhaltung gegenüber großen Technologie-Investoren in den vergangenen Monaten wider.
Dividendenankündigung und Kapitalrückgabe
Ein konkreter Lichtblick für die Aktionäre ist die Bestätigung der Dividendenpläne. Wie das Unternehmen im Rahmen der Hauptversammlung bekräftigte, wird eine Ausschüttung in Höhe von 0,28 Euro je Aktie vorgenommen. Der Ex-Tag für diese Dividende ist für den 5. November festgesetzt, die Auszahlung soll am 1. Dezember erfolgen. Damit setzt Prosus die Politik fort, überschüssiges Kapital direkt an die Anteilseigner zurückzugeben.
Ergänzt wird diese Maßnahme durch das laufende Aktienrückkaufprogramm. In der Woche vom 10. bis zum 14. August erwarb das Unternehmen insgesamt 2.069.018 eigene Anteile. Für dieses Paket wurde ein Gesamtbetrag von rund 81,36 Millionen Euro aufgewendet, was einem durchschnittlichen Kaufpreis von etwa 39,32 Euro pro Aktie entspricht. Diese Rückkäufe dienen dazu, die bestehende Lücke zwischen dem Börsenkurs und dem Nettoinventarwert zu verengen.
Erwartungen an die künftige Ertragslage
Innerhalb der Führungsebene gab es zuletzt ebenfalls Bewegungen: Fabricio Bloisi veräußerte Mitte August rund 6.000 Aktien im Rahmen einer Markttransaktion. Dieser Verkauf entsprach etwa 1,1 % seiner direkten individuellen Beteiligung. Solche Transaktionen werden am Markt oft aufmerksam verfolgt, wenngleich das Volumen im Verhältnis zur Marktkapitalisierung von 75,86 Milliarden Euro gering bleibt.
Die Aussichten für die kommenden Jahre werden von Beobachtern derzeit vorsichtiger bewertet. Medienberichten zufolge wurden die Schätzungen für den Gewinn je Aktie (EPS) zuletzt nach unten korrigiert.
Während für das Geschäftsjahr 2025 noch ein minimales Plus erwartet wird, gehen Prognosen für 2026 von einem Rückgang des Gewinns je Aktie um fast 20 % aus. Diese revidierten Erwartungen lasten auf dem Kurs und verhindern derzeit einen nachhaltigen Ausbruch aus der unteren Preiszone.
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