Prospect Capital treibt den Ausbau seiner Kapitalbasis weiter voran. Diesmal geht es um neu bepreiste callable InterNotes mit Kupons zwischen 7,25 und 7,75 Prozent und um die Frage, wie das Unternehmen Wachstum, Finanzierung und Dividende zugleich stemmen will.
Der Titel bleibt für Einkommensjäger interessant, der Kurs aber zeigt wenig Vertrauen. Die Aktie notiert bei 1,99 Euro, liegt seit Jahresbeginn rund 11 Prozent hinten und hat auf Sicht von zwölf Monaten gut ein Drittel verloren.
Neue Schulden, neue Mittel
Die Anleihen kommen als buchmäßig erfasste Papiere mit einem Nennwert von 1.000 Dollar je Stück. Als Handelsdatum hat Prospect Capital den 26. Mai 2026 festgelegt, die Abwicklung soll bis Ende des Monats folgen.
Bemerkenswert ist der Rahmen dahinter. Die Notes sind unbesichert, und der maßgebliche Prospekt schränkt das Unternehmen nicht bei weiterer Verschuldung ein. Parallel dazu hatte Prospect Capital Anfang Mai bereits eine Vereinbarung zum Verkauf von Vorzugsaktien der Serie A über bis zu 400 Millionen Dollar geschlossen.
Dividende bleibt im Blick
Für Aktionäre rückt zugleich der Ex-Dividenden-Tag näher. Am 27. Mai wird die Aktie ex Dividende gehandelt, berechtigte Stammaktionäre erhalten 0,035 Dollar je Aktie als monatliche Bardividende.
Die Ausschüttung ist Teil eines bereits festgelegten Plans bis August 2026. Bei einem Kurs von nur 1,99 Euro bleibt die laufende Rendite hoch, auch wenn der Markt die Aktie zuletzt klar unter Druck gesetzt hat.
Solide Zahlen, schwacher Kurs
Operativ hat Prospect Capital zuletzt besser abgeschnitten als erwartet. Für das dritte Geschäftsquartal bis 31. März meldete der BDC einen Nettoanlageertrag von 78 Millionen Dollar oder 0,16 Dollar je Aktie und lag damit über den Konsensschätzungen von rund 0,11 Dollar.
Auch die Bilanzkennzahlen geben ein gemischtes Bild. Der Nettoinventarwert lag bei 6,05 Dollar je Aktie, die Liquidität bei 1,8 Milliarden Dollar aus Kasse und nicht genutzten Kreditlinien. Zugleich stieg der Anteil erstrangig besicherter Kredite am Portfolio auf 72 Prozent.
Das zeigt den Kurs des Managements: mehr Senior Secured Lending, mehr wiederkehrende Zinserträge, weniger Risiko im Portfolio. Für den Markt reicht das bisher aber nicht als Gegenargument gegen den schwachen Trend. Mit einem Abstand von knapp 10 Prozent zum 50-Tage-Durchschnitt und 14 Prozent zum 200-Tage-Durchschnitt bleibt die Aktie technisch angeschlagen.
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