Die Streaming-Plattform Joyn meldet für das zweite Quartal 2026 die besten Zahlen ihrer Geschichte. Reichweite und Nutzungsdauer steigen deutlich. Doch an der Börse zeigt sich das nicht: Die ProSiebenSat1-Aktie notiert bei 3,46 Euro und damit nur knapp über dem Jahrestief von 3,27 Euro.
Rekordwerte bei Reichweite und Nutzung
Die Nettoreichweite von Joyn kletterte im zweiten Quartal um 7,3 Prozent auf über 22 Millionen Zuschauer. Noch stärker fiel die Watchtime aus: Die gesamte Nutzungsdauer legte im Vergleich zum Vorjahr um 25 Prozent zu.
Den größten Anteil daran hatten Reality-Formate und Eigenproduktionen. Titel wie „Match my Ex“, „THE RACE“ und „Die Landarztpraxis“ ließen die Verweildauer steigen. Auch Lizenzinhalte wie „Navy CIS“ liefen stabil. 22 Millionen Nutzer sind ein klares Signal.
Der Markt bleibt skeptisch
Parallel dazu legt auch RTL+ starke Streaming-Zahlen vor. Das Nutzungsvolumen stieg um 6,5 Prozent – Spitzenreiter ist „Gute Zeiten, schlechte Zeiten“ mit über 85 Millionen Abrufen. Der Wettbewerb bleibt intensiv.
ProSiebenSat1 setzt strategisch voll auf Joyn. Die Hoffnung: digitale Werbeumsätze sollen die sinkenden Erlöse aus dem linearen TV kompensieren. Operativ liefert die Plattform nun den Beleg, dass das Konzept trägt.
Kursverfall setzt sich fort
Die Aktionäre bekommen davon nichts zu spüren. Seit Jahresbeginn verlor die Aktie 30,48 Prozent. Im Zwölfmonatsvergleich liegt das Minus bei 51,65 Prozent – der Kurs hat sich halbiert. Der Abstand zum 200-Tage-Durchschnitt beträgt rund 23 Prozent.
Der RSI von 39,2 signalisiert keinen überverkauften Zustand. Mehr Spielraum nach unten ist also da. Der gesamte Mediensektor leidet unter geopolitischen Unsicherheiten und schwacher Konjunktur.
Bleibt die Nutzung von Joyn im Sommer stabil, könnte die Plattform zur Stütze des Konzerns werden. Die Dynamik im zweiten Quartal war beachtlich. Jetzt muss sie sich ohne die Zugpferde der Frühjahrssaison behaupten.
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