ProLogis hat mit seinen Quartalszahlen die Erwartungen klar übertroffen und die Jahresprognose kräftig angehoben. Trotzdem hält eine schwebende Übernahme die Aktie in Schach — Analysten sehen den möglichen SEGRO-Deal als Belastungsfaktor für die kurzfristige Kursentwicklung.
Zahlen übertreffen Erwartungen deutlich
Der Nettogewinn für die Anteilseigner verdoppelte sich im zweiten Quartal nahezu auf 1,06 Milliarden Dollar oder 1,13 Dollar je Aktie. Im Vorjahresquartal hatte der Logistikimmobilien-Konzern noch 570 Millionen Dollar beziehungsweise 0,61 Dollar je Aktie ausgewiesen. Die Kernkennzahl Core FFO kletterte auf 1,63 Dollar je Aktie und übertraf die Markterwartungen um 5,2 Prozent.
Der Umsatz wuchs im Quartal auf 2,43 Milliarden Dollar, nach 2,18 Milliarden Dollar im Vorjahreszeitraum. Höheres Leasingvolumen und sich sequenziell verbessernde Mietspreads trieben die Entwicklung an, hinzu kamen einmalige Erträge aus Vertragsauflösungen und Promote-Einnahmen.
Für das Gesamtjahr 2026 hebt ProLogis die Prognose spürbar an: Der Nettogewinn je Aktie soll nun zwischen 4,40 und 4,55 Dollar liegen, zuvor waren 3,80 bis 4,05 Dollar avisiert. Beim Core FFO rechnet das Management mit 6,22 bis 6,30 Dollar je Aktie — ebenfalls eine Anhebung gegenüber der vorherigen Spanne.
Die Aktie reagierte mit einem Kurssprung auf rund 148 Dollar, ein Plus von etwa 3,5 Prozent. Bei einem Börsenwert von 141 Milliarden Dollar und einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 37,3 bewegt sich ProLogis damit auf ambitioniertem Bewertungsniveau — über die vergangenen zwölf Monate hat die Aktie 34 Prozent zugelegt.
SEGRO-Übernahme wirft Schatten voraus
Raymond James bestätigte sein „Market Perform“-Rating und verwies auf die schwebende Übernahme des britischen Logistikimmobilienspezialisten SEGRO als limitierenden Faktor für die kurzfristige Kursentwicklung. Der geplante Zusammenschluss überlagerte den gesamten Berichtszeitraum und dürfte laut den Analysten auch weiterhin auf der Bewertung lasten.
BMO Capital senkte sein Kursziel für ProLogis auf 158 Dollar, hält aber an der Einstufung „Outperform“ fest. Als Grund nannten die Analysten mögliche Verwässerungseffekte auf die künftigen Funds from Operations durch die geplante SEGRO-Transaktion.
Parallel dazu meldete Cohen & Steers eine Offenlegungspflicht nach dem britischen Takeover Code: Der Vermögensverwalter hält aktuell rund 2,43 Prozent der ProLogis-Aktien und hat im Zuge der Offenlegung einen kleinen Anteil seiner Position verkauft — ein Vorgang, der im Kontext laufender Übernahmeverfahren üblich ist und die Marktbeobachtung rund um den SEGRO-Deal unterstreicht.
Raymond James kündigte an, nach der für den heutigen Mittag (Eastern Time) angesetzten Telefonkonferenz von ProLogis eine ausführlichere Einschätzung nachzuliefern. Bis dahin bleibt die Frage im Raum, wie das Management den Fortgang der SEGRO-Verhandlungen und deren Einfluss auf die Kapitalstruktur konkretisiert.
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