Progressive hat mit seinen Juli-Betriebsergebnissen die Erwartungen mehrerer Analystenhäuser übertroffen — und trotzdem bleibt das Bild an der Wall Street gespalten. Während Goldman Sachs bei „Buy“ bleibt, sieht BMO Capital nur „Market Perform“. Die Kursziele der drei Häuser liegen zwischen 205 und 230 Dollar.
Das operative Ergebnis je Aktie kletterte im Juli auf 1,71 Dollar. Goldman Sachs hatte lediglich 1,41 Dollar erwartet, Jefferies 1,50 Dollar. Getrieben wurde der Ausreißer nach oben vor allem durch eine deutlich günstigere Entwicklung früherer Schadenjahre als kalkuliert.
Auto-Sparte liefert die Überraschung
Im Kerngeschäft Personal Auto lag die Combined Ratio bei 86,7 Prozent — drei Prozentpunkte besser als von Goldman Sachs modelliert. Die Schadenquote im laufenden Jahr blieb sogar unter dem Vor-Pandemie-Durchschnitt für Juli der Jahre 2015 bis 2019. Das Nettoprämienwachstum von 5,4 Prozent übertraf ebenfalls die Prognosen, mit Zuwächsen in allen drei Segmenten: Commercial legte um 7,4 Prozent zu, Homeowners um 5,9 Prozent.
Bei den Rückkäufen bremste Progressive im Juli allerdings ab. Das Unternehmen erwarb Aktien im Wert von 136 Millionen Dollar zurück — weniger als die von Goldman Sachs erwartete Marke und ein Rückgang gegenüber dem Vormonat.
BMO Capital zeichnet trotz starker Kennzahlen ein vorsichtigeres Bild. Die Analysten sprechen von einem seit dem vergangenen Monat anhaltenden Abwärtstrend bei wichtigen Kennzahlen und haben ihre Erwartung für den Tiefpunkt bei Umsatz und Marge auf 2027 verschoben.
Hintergrund ist der laut Morgan Stanley branchenweite Preisdruck: Die Autoversicherungstarife sanken im Juli um 0,2 Prozent, betroffen sind rund 61 Milliarden Dollar an Prämienvolumen. Die Investmentbank rechnet mit anhaltend negativer Preisentwicklung bis Ende 2026, da Versicherer verstärkt auf Wachstum und Kundenbindung setzen statt auf Preiserhöhungen.
Für Progressive-Aktionäre bedeutet das: Der operative Erfolg im Juli kaschiert einen strukturellen Wandel im Markt. Die Frage, ob sich das Wachstum bei sinkenden Preisen langfristig halten lässt, wird die kommenden Quartalsberichte beantworten müssen — insbesondere mit Blick auf die von BMO auf 2027 verschobene Margen-Prognose.
Progressive-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Progressive-Analyse vom 19. August liefert die Antwort:
Die neusten Progressive-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Progressive-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 19. August erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
