Pampers, Gillette, Ariel, Head & Shoulders: Procter & Gamble verkauft Produkte, die täglich in Millionen von Haushalten zum Einsatz kommen. Dieses Geschäftsmodell gilt seit Jahrzehnten als Musterbeispiel für Stabilität. Doch genau diese Verlässlichkeit hat einen Preis, und der ist aktuell schlicht zu hoch. Trotz solider operativer Zahlen und einer beeindruckenden Dividendenhistorie mehren sich die Argumente, die gegen einen Einstieg zum aktuellen Kursniveau sprechen.
Das jüngste Quartal lieferte durchaus Grund zur Freude. Das organische Umsatzwachstum lag bei 3 Prozent, getragen von sowohl höheren Volumina als auch gestiegenen Preisen. Besonders positiv: Das Wachstum war breit aufgestellt, alle Regionen und alle Produktkategorien trugen dazu bei. Fabric and Home Care, also Waschmittel und Haushaltsreiniger, entwickelte sich besonders stark. Der Konzern konnte in diesem Bereich sogar Marktanteile hinzugewinnen. Für ein Unternehmen, das in einem Umfeld schwacher Verbraucherstimmung operiert, ist das keine Selbstverständlichkeit.
Rohstoffkosten fressen Gewinne auf
Allerdings zeigt der Blick in die Segmentdetails einige Risse im ansonsten stabilen Bild. Im Bereich Beauty stiegen die Rohstoffkosten spürbar an und belasteten die Margen. Die Nachfrage nach Hautpflege und Haarpflegeprodukten schwächte sich ab, was auf die anhaltend gedrückte Kauflaune vieler Verbraucher hindeutet.
Im Pflegesegment Grooming war das Volumen sogar rückläufig, das Wachstum kam ausschließlich über höhere Preise. Das ist ein Signal, das aufhorchen lässt: Wenn Volumen sinkt, trotzdem aber höhere Preise durchgesetzt werden, ist das nur so lange tragfähig, wie Verbraucher keine günstigeren Alternativen wählen.
Procter & Gamble Aktie Chart
Hohe Schulden in einem unsicheren Zinsumfeld
Zu den operativen Herausforderungen gesellt sich ein strukturelles Risiko: die Bilanz. Procter & Gamble trägt Schulden von rund 36,6 Milliarden Dollar, während die Liquiditätsreserven bei etwa 14,9 Milliarden Dollar liegen. In Zeiten womöglich wieder steigender Zinsen ist das kein Wohlfühlpolster. Die geopolitischen Entwicklungen, vor allem die Auswirkungen des Konflikts um die Straße von Hormuz auf die Energiepreise, haben zuletzt neuen Inflationsdruck erzeugt. Anhaltend hohe Zinsen würden die Finanzierungskosten des Konzerns weiter belasten.
Faire Bewertung liegt deutlich tiefer
Das entscheidende Problem ist die Bewertung. Ein Dividendenrabattmodell, das mit einem Dividendenwachstum von 6 Prozent in den nächsten fünf Jahren und anschließend 2,5 Prozent rechnet, ergibt einen fairen Wert von rund 111 Dollar je Aktie. Das liegt erheblich unter dem aktuellen Kurs. Selbst mit optimistischeren Annahmen bleibt eine klare Überbewertung bestehen.
Procter & Gamble-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Procter & Gamble-Analyse vom 26. April liefert die Antwort:
Die neusten Procter & Gamble-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Procter & Gamble-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 26. April erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Procter & Gamble: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...
