Ein Gewinneinbruch dieser Größenordnung kommt selten vor. Primoris Services hat seine 2026er-Prognose auf breiter Front kassiert — und der Markt reagierte entsprechend hart.
Sechs Projekte als Kostenfalle
Der Auslöser ist konkret: Sechs Problemfälle im Renewables-Segment haben sich als deutlich teurer erwiesen als bisher angenommen. Eine externe Begutachtung durch einen Drittanbieter bestätigte zusätzliche Kostenüberschreitungen und Verzögerungen. Zwei der sechs Projekte galten im zweiten Quartal als weitgehend abgeschlossen, die verbleibenden vier sollen bis Ende des vierten Quartals 2026 fertiggestellt werden.
Das schlägt direkt auf die Zahlen durch. Der Gewinn je Aktie soll 2026 nur noch zwischen 1,30 und 1,85 Dollar liegen — gegenüber der früheren Prognose von 4,05 bis 4,25 Dollar. Das bereinigte EBITDA wurde auf 275 bis 325 Millionen Dollar gestutzt, nach zuvor 480 bis 500 Millionen Dollar. Der Renewables-Umsatz schrumpft auf rund 2,1 Milliarden Dollar, nachdem 2025 noch knapp 3,0 Milliarden Dollar erzielt wurden.
Führungswechsel verschärft die Lage
Neben den Zahlen sorgt der personelle Aderlass für Unruhe. COO Jeremy Kinch verließ das Unternehmen mit sofortiger Wirkung — bereits das zweite hochrangige Abgang innerhalb weniger Wochen aus dem Renewables-Umfeld. Zuvor war der Divisionspräsident Anthony Vorderbruggen ausgeschieden, Tim Healy übernahm die Renewables-Führung kommissarisch. CEO Koti Vadlamudi trägt nun zusätzlich die COO-Aufgaben, bis ein dauerhafter Nachfolger gefunden ist. Kein Wunder, dass Analysten nervös reagieren.
KeyBanc zog daraus die Konsequenz und stufte die Aktie auf „Sector Weight“ herunter. Die Analysten verwiesen auf vier negative Updates in Folge und erklärten, dass sie erst dann wieder einsteigen wollen, wenn das Erholungspotenzial im Renewables-Geschäft klarer erkennbar ist. Wolfe Research hingegen hält an „Outperform“ mit einem Kursziel von 149 Dollar fest, Cantor Fitzgerald bleibt bei „Neutral“ und einem Ziel von 124 Dollar.
Was als nächstes zählt
Die Aktie hatte sich von ihrem 52-Wochen-Hoch bei 205,50 Dollar schon deutlich entfernt, bevor die jüngste Warnung einschlug. Parallel lief das Unternehmen im zweiten Quartal ein milliardenschweres Aktienrückkaufprogramm — rund 50 Millionen Dollar wurden zu durchschnittlich 111,29 Dollar je Aktie zurückgekauft, etwa 100 Millionen Dollar Ermächtigung bleiben bis April 2028 offen.
Immerhin gibt es einen stabilen Gegenpol: Im Energy-Segment sicherte sich Primoris im zweiten Quartal rund 2,0 Milliarden Dollar an neuen Projektaufträgen, vorwiegend aus dem Bereich Erdgas und Strominfrastruktur. Am Mittwoch will das Unternehmen auf einem Investoren-Forum Details zur Margen- und Umsatzentwicklung für den Rest des Jahres liefern — das wird zeigen, ob das Management den Schaden einzugrenzen versteht.
Primoris Services-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Primoris Services-Analyse vom 23. Juni liefert die Antwort:
Die neusten Primoris Services-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Primoris Services-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 23. Juni erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Primoris Services: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...
