Porsche: Taycan-Fertigung in Zuffenhausen gestoppt

Schwache Nachfrage führt zu vorübergehendem Produktionsstopp des Taycan. Porsche passt Elektrostrategie an und fokussiert sich auf das Kerngeschäft.

Auf einen Blick:
  • Taycan-Fertigung in Zuffenhausen pausiert
  • Absatz des E-Sportwagens sinkt um 19 Prozent
  • Konzern stellt mehrere Tochterfirmen ein
  • Jahresprognose trotz Gewinnrückgang bestätigt

Porsche zieht beim Taycan vorübergehend die Reißleine. Im Stammwerk Stuttgart-Zuffenhausen steht die Fertigung des Elektro-Sportwagens seit Ende der vergangenen Woche still, für diese Woche sind weitere Schließtage geplant. Der Grund ist klar: Die Nachfrage reicht nicht mehr für einen durchgehenden Produktionslauf.

Taycan gerät unter Druck

Besonders deutlich zeigt sich das im Absatz. Im ersten Quartal 2026 lieferte Porsche weltweit nur 3.420 Taycan aus, ein Minus von 19 Prozent gegenüber dem Vorjahr. In China brachen die Auslieferungen über alle Modellreihen hinweg um 21 Prozent ein. Der Konzern selbst beziffert die weltweiten Auslieferungen in den ersten drei Monaten auf rund 61.000 Fahrzeuge, 15 Prozent weniger als im Vorjahr.

Der Produktionsstopp ist deshalb mehr als nur eine technische Pause. Porsche nennt neben der Auftragslage auch Instandhaltungs- und Umbaumaßnahmen als Gründe. Für den Markt ist vor allem entscheidend, dass ausgerechnet das elektrische Aushängeschild unter der Schwäche leidet. Das trifft den strategisch wichtigen Elektrokurs an einer empfindlichen Stelle.

Rückzug auf das Kerngeschäft

Parallel dazu verschärft Porsche den Umbau im Konzern. Die Tochtergesellschaften Cellforce Group GmbH, Porsche eBike Performance GmbH und Cetitec GmbH werden eingestellt. Betroffen sind mehr als 500 Mitarbeiter. Der Vorstand setzt damit klar auf das klassische Sportwagengeschäft und trennt sich von Randaktivitäten, die nicht mehr in die neue Prioritätenliste passen.

Auch die Modellplanung wird angepasst. Die Laufzeiten für Verbrennermodelle sollen länger bleiben, während Porsche die Ziele für reine Elektroautos flexibler handhabt. Für 2026 peilt der Konzern nun einen BEV-Anteil von 24 bis 26 Prozent an. Das ist ein deutlich pragmatischerer Kurs als zuvor.

Gewinn sinkt, Aktie hält sich

Die schwächeren Auslieferungen schlagen bereits auf die Zahlen durch. Im ersten Quartal 2026 verdiente Porsche operativ 595 Millionen Euro, knapp 22 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Der Umsatz fiel um 5,2 Prozent auf 8,40 Milliarden Euro. Das zeigt: Die Belastungen kommen nicht nur aus der Produktion, sondern auch aus dem Absatzmix.

An der Börse wird die Lage nüchtern eingepreist. Die Aktie kostet aktuell 45,95 Euro und liegt damit rund 5 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch. Vom Tief bei 36,30 Euro hat sie sich allerdings deutlich gelöst. Der Kurs notiert zudem über dem 200-Tage-Durchschnitt von 43,04 Euro, was auf einen weiterhin stabilen mittelfristigen Trend hindeutet.

Prognose bleibt stehen

Trotz der operativen Probleme hält Porsche an der Jahresprognose fest. Für 2026 rechnet der Vorstand weiter mit 35 bis 36 Milliarden Euro Umsatz und einer operativen Konzernumsatzrendite von 5,5 bis 7,5 Prozent. Das setzt voraus, dass die Produktion wieder planmäßiger läuft und neue Modelle wie der elektrische Cayenne den Hochlauf schaffen.

Der nächste feste Termin ist der Halbjahresbericht im Juli 2026. Bis dahin bleibt vor allem relevant, ob Porsche die Produktion im Werk Zuffenhausen wieder normalisiert und ob sich die Nachfrage im Elektrosegment stabilisiert.

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