Porsche hat ein Problem, das sich in einer einzigen Zahl gut beschreiben lässt: 9.000. So viele Stellen sollen bis 2035 wegfallen, 3.900 davon waren bereits seit Anfang 2025 bekannt, weitere 500 hingen an Tochtergesellschaften. Nun kommen 5.000 hinzu. Bei gut 42.600 Beschäftigten Ende 2024 ist das kein chirurgischer Eingriff mehr, das ist eine Umstrukturierung, die den Konzern grundlegend verändert.
Leiters räumt auf
CEO Michael Leiters, vorher Chef bei McLaren, hat seit seinem Amtsantritt wenig Zeit verloren. China schwächelt, die Elektrostrategie hat nicht so recht gezündet, und die US-Zölle drücken auf die Marge. Seine Antwort: Verbrenner und Hybride stärken, neue Vollelektro-Modelle verschieben, Modellvarianten reduzieren, Kosten runter. Betriebsbedingte Kündigungen soll es nicht geben, der Abbau läuft über natürliche Fluktuation, Altersteilzeit und freiwillige Abfindungsprogramme.
Gleichzeitig hat Porsche 2,1 Milliarden Euro für das Hauptwerk in Stuttgart-Zuffenhausen und das Entwicklungszentrum in Weissach zugesagt. Die Zweisitzer-Produktion in Zuffenhausen bleibt, die Entwicklung aller Modelle konzentriert sich weiter in Weissach. Das ist die Gegenleistung an die Arbeitnehmervertreter, die dem Paket zugestimmt haben und dafür auf Lohnerhöhungen bis 2035 und auf einen Teil der Jahresboni verzichten.
Strategie bis Oktober, Versprechen bis 2035
Die vollständige Strategie für den Zeitraum bis 2035 will Leiters erst im Oktober auf einem Investorentag vorstellen. Das ist wohl der eigentliche Termin, den Anleger im Blick behalten sollten. Denn was bisher bekannt ist, klingt nach einem klassischen Restrukturierungsplan: Kosten runter, Flexibilität rauf, Profitabilität vor Volumen. Ob das reicht, ist eine andere Frage.
Volkswagen macht es vor
Porsche ist dabei nicht allein. Mutterkonzern Volkswagen hat angekündigt, die Modellpalette zu halbieren und die Kapazitäten zu senken, VW-Chef Oliver Blume spricht von theoretisch 100.000 weiteren Stellen, die das Kostengefälle zu den Wettbewerbern erfordern würde, on top der bereits vereinbarten 50.000. Die ganze deutsche Autoindustrie steckt in derselben Klemme: chinesische Konkurrenz, träge Elektronachfrage, hohe Strukturkosten.
Porsche will aus dieser Klemme heraus, indem es sich auf weniger, dafür margenstärkere Autos konzentriert. Ob das die richtige Wette ist, zeigt sich spätestens im Oktober.
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