Das neue Führungsduo der Porsche AG steht vor seiner ersten Bewährungsprobe. Am 11. März legt das Unternehmen die Jahresbilanz vor – und die Erwartungen sind düster. Goldman Sachs hat das Kursziel auf 40 Euro gesenkt, die Aktie notiert nahe ihrem Jahrestief. Der massive Absatzeinbruch in China und operative Belastungen von 1,8 Milliarden Euro aus der korrigierten Elektrostrategie setzen CEO Dr. Michael Leiters und CFO Dr. Jochen Breckner unter erheblichen Druck.
Analysten ziehen die Schrauben an
Goldman Sachs kappte das Kursziel von 46 auf 40 Euro und beließ die Einstufung auf „Neutral“. Analyst Christian Frenes geht von schwierigen Jahren 2026 und 2027 aus, bevor 2028 eine Modelloffensive Entlastung bringen könnte. Auch die UBS reduzierte ihr Ziel auf 42 Euro. Die Botschaft ist eindeutig: Kurzfristige Katalysatoren fehlen, positive Überraschungen erscheinen unwahrscheinlich.
Die Aktie schloss zuletzt bei 41,58 Euro – nur 4,7 Prozent über dem 52-Wochen-Tief von 39,70 Euro, das am 9. Februar 2026 markiert wurde. Seit dem Jahreshoch von 57,48 Euro hat das Papier mehr als ein Viertel seines Wertes verloren. Der Titel notiert deutlich unter den wichtigen gleitenden Durchschnitten und kämpft mit anhaltendem Verkaufsdruck.
Porsche AG Aktie Chart
China-Krise zwingt zum Rückzug
Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: 2025 lieferte Porsche weltweit 279.449 Fahrzeuge aus – ein Minus von zehn Prozent gegenüber dem Vorjahr. In China brachen die Auslieferungen um 26 Prozent ein. Das Unternehmen reagiert drastisch und schrumpft das Händlernetz bis Ende 2026 auf nur noch 80 autorisierte Verkaufsstellen.
Lokale Premiummarken setzen dem Stuttgarter Autobauer zu, gleichzeitig kaufen chinesische Kunden im Luxussegment deutlich zurückhaltender ein. China war jahrelang der wichtigste Wachstumsmarkt für Porsche – der Rückzug aus der Fläche markiert eine strategische Zäsur.
Strategieschwenk: Zurück zum Verbrenner
Das Management schwenkt um auf die Devise „Value over Volume“. Da die Nachfrage nach Elektrofahrzeugen schwächelt, rücken Verbrenner- und Hybridmodelle wieder stärker in den Fokus. Diese versprechen aktuell stabilere Margen als die reine Elektromobilität. Die operative Belastung von 1,8 Milliarden Euro aus der korrigierten Elektrostrategie wiegt schwer auf der Bilanz.
Gewinnerwartungen auf Talfahrt
Der Marktkonsens geht für das abgelaufene Quartal von einem Gewinn je Aktie von lediglich 0,38 Euro aus – mehr als eine Halbierung gegenüber dem Vorjahreswert von 0,91 Euro. Bei den Erlösen erwarten Analysten durchschnittlich 9,97 Milliarden Euro, nach 11,52 Milliarden Euro im Vorjahresquartal.
Nicht alle Marktteilnehmer sehen ausschließlich Risiken. Kepler Cheuvreux erwartet für das Geschäftsjahr 2026 eine „positive Cash-Conversion“ und verweist darauf, dass ein erheblicher Teil der erwarteten Margenverbesserung aus niedrigeren Restrukturierungskosten resultieren könnte. Das Unternehmen habe den Tiefpunkt seines Gewinnzyklus möglicherweise bereits durchschritten.
Führungsduo auf dem Prüfstand
Dr. Michael Leiters, seit 1. Januar 2026 CEO der Porsche AG, war von Juli 2022 bis April 2025 CEO von McLaren Automotive und davor mehr als acht Jahre CTO bei Ferrari. Dr. Jochen Breckner übernahm am 26. Februar 2025 die Verantwortung für Finanzen und IT. Für beide wird die Bilanzpressekonferenz am 11. März zur ersten großen Bewährungsprobe. Entscheidend wird sein, ob sie trotz schwacher Zahlen eine glaubwürdige Strategie für die kommenden Jahre präsentieren können – oder ob die von Goldman Sachs skizzierten schwierigen Jahre 2026 und 2027 zur selbsterfüllenden Prophezeiung werden.
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