CEO Michael Leiters setzt eine klare Frist. Vor den Werksferien im Juli soll das zweite Sparpaket stehen — und den Mitarbeitern Klarheit bringen, wie es mit dem Stuttgarter Sportwagenhersteller weitergeht.
Die Verhandlungen zwischen Management und Betriebsrat laufen bereits seit Herbst 2025. In einer ersten Runde hatte Porsche den Abbau von rund 3.900 Stellen angekündigt, darunter 2.000 Zeitarbeiter sowie 1.900 weitere Jobs in den Folgejahren. Das zweite Paket ist nun der nächste Schritt — wie groß er ausfällt, ließ Leiters offen.
Weniger Autos, mehr Effizienz
Der Kern der Strategie klingt schlicht, ist aber ein erheblicher Kurswechsel: Porsche plant künftig mit niedrigeren Produktionsvolumina als den rund 280.000 Fahrzeugen, die 2025 abgesetzt wurden. „Porsche muss auch mit weniger Autos Geld verdienen“, formulierte Leiters unmissverständlich.
Der Hintergrund ist gravierend. 2025 verbuchte Porsche das schwächste Ergebnis seit mehr als anderthalb Jahrzehnten. Der Nettogewinn brach um mehr als 90 Prozent ein. Im ersten Quartal 2026 setzte sich der Rückgang fort — belastet durch Zölle, geopolitische Unsicherheiten und Lücken im Modellportfolio.
Audi-Kooperation und 718-Bekenntnis
Leiters setzt dabei auf zwei Hebel. Erstens: eine deutlich engere Zusammenarbeit mit Konzernschwester Audi bei Plattformen, Technologie und Entwicklungsressourcen. „Wir wollen die Zusammenarbeit mit Audi vertiefen, das ist eine große Chance für beide Seiten“, sagte er. Kein Wunder, dass dieser Schritt attraktiv erscheint — Synergien können die Fixkosten drücken, ohne die Markenidentität anzutasten.
Zweitens: Das Bekenntnis zur Einstiegsbaureihe 718. Boxster und Cayman laufen seit Herbst 2025 nicht mehr vom Band, und lange war unklar, ob die Reihe überhaupt fortgeführt wird. Leiters hat nun Klarheit geschaffen — die 718-Familie kommt zurück. Porsche wolle neue Kunden an die Marke heranführen, so der CEO.
Ob das zweite Sparpaket tatsächlich vor dem Juli-Abschluss steht, wird sich in den kommenden Wochen zeigen. Ein Scheitern der Verhandlungen würde den Umbau verzögern — und den Druck auf eine ohnehin angespannte Ergebnislage weiter erhöhen.
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