Die Porsche AG hat ihre Dividende drastisch gekürzt. Aktionäre reagierten am Freitag prompt und schickten die Papiere auf Talfahrt. Nun blickt der Markt auf die kommende Woche. Bis zu den Werksferien im Juli muss das Management ein entscheidendes Sparpaket schnüren.
Dividende gekappt, Aktie fällt
Am 26. Juni 2026 schüttete der Sportwagenbauer seine Dividende aus. Vorzugsaktionäre erhalten 1,01 Euro je Aktie. Im Vergleich zum Vorjahr bedeutet dies eine harte Kürzung um 56 Prozent.
Der Markt quittierte den Abschlag mit Verkäufen. Die Vorzugsaktie schloss am Freitag bei 43,05 Euro. Auf Wochensicht verlor das Papier damit 9,82 Prozent. Seit Jahresbeginn steht ein Minus von 9,20 Prozent auf der Anzeigetafel.
Neues Sparpaket unter Zeitdruck
Vorstandschef Michael Leiters steht nun massiv unter Zugzwang. Bis zu den Werksferien im Juli 2026 müssen die Eckpunkte für ein zweites Sanierungsprogramm stehen. Management und Betriebsrat verhandeln aktuell über die Details. Die Stuttgarter wollen ihre Kostenstruktur nachhaltig verbessern.
Porsche plant künftig mit deutlich niedrigeren Stückzahlen. Im vergangenen Jahr verkaufte der Konzern noch rund 280.000 Fahrzeuge. Eine erste Sparrunde kostete bereits 3.900 Arbeitsplätze. Das Ziel: Der Autobauer muss auch mit weniger Volumen profitabel arbeiten.
Festhalten am Verbrenner
Parallel dazu treibt Leiters die neue Langfriststrategie voran. Die sogenannte Strategie 2035 setzt weiterhin auf Verbrenner, Hybride und Elektrofahrzeuge. Einen vollelektrischen 911er wird es nicht geben. Stattdessen bleibt die Hybrid-Technik für den Klassiker zentral. Die beliebte Einstiegsbaureihe 718 feiert ebenfalls ein Comeback.
Finanziell bleibt das Umfeld anspruchsvoll. Porsche rechnet aktuell mit einer operativen Umsatzrendite von maximal 7,5 Prozent. Diese Prognose beinhaltet außerordentliche Aufwendungen von bis zu 900 Millionen Euro. Weitere Zölle belasten das Ergebnis mit rund 700 Millionen Euro.
Charttechnik signalisiert Schwäche
Die charttechnische Lage spiegelt die operativen Hürden wider. Die Aktie notiert aktuell unter ihrem 50-Tage-Durchschnitt. Vom 52-Wochen-Hoch Mitte Juni hat sich der Kurs bereits fast 15 Prozent entfernt. Der RSI signalisiert mit einem Wert von rund 35 eine überverkaufte Zone.
Seit dem Börsengang enttäuscht das Papier viele Investoren. Die Porsche-Aktie entwickelte sich seit dem IPO deutlich schwächer als der europäische Branchenindex. Gegenüber dem Leitindex DAX klafft eine Lücke von 144 Prozentpunkten.
Am 7. Oktober präsentiert das Management die vollständige Strategie auf dem Capital Markets Day. Bis dahin bleibt das anstehende Sparpaket im Juli der wichtigste Kurstreiber. Ohne eine schnelle Einigung mit dem Betriebsrat verzögert sich der dringend benötigte Umbau weiter.
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