Porsche hat auf seiner Hauptversammlung eine klare Botschaft gesendet: Der 911 bleibt Verbrenner. Während andere Modellreihen elektrifiziert werden, erteilte Vorstandschef Michael Leiters einem vollelektrischen 911er eine ausdrückliche Absage. Die Aktie verlor daraufhin rund zwei Prozent auf 46,63 Euro.
Strategie 2035: Weniger Volumen, mehr Marge
Leiters präsentierte die „Strategie 2035″ als Kurskorrektur hin zu nachhaltiger Profitabilität. Der Kern: weniger Modellvarianten, engere Zusammenarbeit mit Konzernschwester Audi, höhere Margen auch bei geringerem Absatz. Der elektrische Cayenne startet noch in diesem Sommer — er steht stellvertretend für die Transformation der anderen Baureihen. Der 911 bleibt davon ausgenommen.
China ist das drängendste Problem. Mit dem Programm „Winning Back China“ reagiert Porsche auf einen dramatischen Absatzeinbruch. Das Händlernetz schrumpft bis Ende 2026 von 150 auf 80 Standorte. Das Management setzt auf Exklusivität statt Volumen.
Dividende sinkt, Prognose hält
Die Hauptversammlung stimmte einer Dividende von 1,01 Euro je Vorzugsaktie und 1,00 Euro je Stammaktie zu — eine deutliche Kürzung gegenüber dem Vorjahr. Das Unternehmen will damit die finanzielle Flexibilität während der Transformation sichern. Ab morgen, dem 24. Juni, wird die Aktie ex Dividende gehandelt.
Die Jahresziele stehen dennoch: Porsche peilt einen Umsatz von 35 bis 36 Milliarden Euro an, bei einer operativen Marge zwischen 5,5 und 7,5 Prozent. Allerdings drücken Sonderlasten erheblich aufs Ergebnis. Restrukturierungskosten von 800 bis 900 Millionen Euro und Zollbelastungen von rund 700 Millionen Euro belasten das laufende Jahr.
Aktie konsolidiert nach Rekordhoch
Der Markt reagiert skeptisch. Erst vor einer Woche hatte die Aktie mit 50,56 Euro ein 52-Wochen-Hoch markiert — seither verlor das Papier fast acht Prozent. Auf Sicht von zwölf Monaten bleibt die Bilanz mit einem Plus von 13,23 Prozent positiv. Der Kurs liegt weiterhin über dem 50-Tage-Durchschnitt von 45,11 Euro und dem 200-Tage-Durchschnitt von 43,45 Euro.
Am 29. Juli legt Porsche den Halbjahresfinanzbericht vor. Dann zeigt sich erstmals, ob die Sparmaßnahmen greifen und der elektrische Cayenne die erhofften Absatzzahlen liefert.
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