Pop Mart International Ltd meldet heute einen vorläufigen, ungeprüften Umsatzrückgang von 45–50 % im dritten Quartal 2026 gegenüber dem Vorjahresquartal. Die Aktie reagiert darauf mit einer Tagesveränderung von -5,9%. Damit fällt der Geschäftsrückgang stärker aus, als J.P. Morgan zuvor erwartet hatte.
Die Schwäche betrifft sämtliche ausgewiesenen Regionen. Besonders deutlich fallen die Rückgänge außerhalb Chinas aus. Für Anleger steht damit nicht nur die Größenordnung des Einbruchs im Mittelpunkt, sondern auch dessen geografische Breite.
Auslandsgeschäft verzeichnet besonders starke Rückgänge
In Amerika sank der Umsatz gegenüber dem Vorjahresquartal um 70–75 %. Für Asien-Pazifik meldete Pop Mart ein Minus von 65–70 %. In Europa und den sonstigen Regionen betrug der Rückgang 50–55 %.
Damit liefert keine dieser Regionen ein Gegengewicht zur rückläufigen Entwicklung in China. Die Zahlen zeigen vielmehr eine gleichzeitige Abschwächung über die ausgewiesenen Auslandsmärkte hinweg. Der stärkste prozentuale Einbruch entfällt auf Amerika.
In China ging der Umsatz um 25–30 % zurück. Das Online-Geschäft entwickelte sich dort mit einem Minus von 45–50 % noch schwächer.
China verzeichnet damit zwar einen geringeren Rückgang als die übrigen Regionen. Der heimische Markt kann den Einbruch im Ausland aber nicht ausgleichen. Zugleich zeigen die Online-Zahlen, dass auch innerhalb Chinas erheblicher Druck auf den Verkäufen lastet.
Rückgang übertrifft die Analystenerwartung
J.P. Morgan hatte am 21. Oktober für das dritte Quartal 2026 einen Umsatzrückgang von rund 37 % prognostiziert. Für den bereinigten Jahresüberschuss 2026 erwartete das Haus ein Minus von 27 % auf RMB 9,341 Mrd.
Die heute gemeldete Umsatzspanne fällt somit schwächer aus als diese bereits vorsichtige Quartalsprognose. Die Gewinnschätzung bleibt dagegen eine Erwartung der Analysten und ist kein vom Unternehmen gemeldetes Ergebnis.
Ebenfalls am 21. Oktober senkte J.P. Morgan das Kursziel von HK$120 auf HK$110. Die Einstufung „Underweight“ bestätigte das Haus.
Warnsignale hatte zuvor auch die Beobachtung einzelner Vertriebskanäle geliefert. Diese erfasste allerdings nur einen Ausschnitt des Geschäfts und war nicht mit dem gesamten Konzernumsatz gleichzusetzen.
Goldman Sachs berichtete am 13. Oktober auf Basis seines Kanaltrackings von rückläufigen kombinierten Verkäufen auf Tmall und Douyin. Im dritten Quartal 2026 betrug das Minus gegenüber dem Vorjahresquartal 30 %, im September 44 %.
Die vorläufige Unternehmensmeldung bestätigt nun eine breitere Umsatzschwäche. Für die Einordnung der Aktie ist entscheidend: Der Rückgang beschränkt sich weder auf einzelne Online-Plattformen noch auf einen regionalen Markt. Zugleich bleibt die Veröffentlichung eine ungeprüfte Umsatzmeldung und liefert noch kein abgeschlossenes Bild der Ergebnisentwicklung.
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