Nur zwei Wochen hat es gedauert. Mitte März kündigten Pony.ai, Uber und Verne eine Partnerschaft an, um Robotaxis nach Europa zu bringen. Nun meldet das chinesische Unternehmen den Start des kommerziellen Betriebs in Zagreb. Europas erster kommerzieller Robotaxi-Dienst ist Realität, und die Anleger reagieren begeistert: Die Pony.ai-Aktie schoss vorbörslich um 8,18 Prozent auf 9,50 Dollar nach oben.
Pony AI Inc. Aktie Chart
Von der Ankündigung zum Start in 14 Tagen
Dass zwischen Partnerschaftsankündigung und tatsächlichem Servicestart gerade einmal zwei Wochen liegen, dürfte selbst optimistische Beobachter überrascht haben. Pony.ai spricht von einem „joint-deployment model“, das schnelle Markteintritte ermögliche. Demnach steuert das Unternehmen die Robotaxi-Plattform und Betriebsexpertise bei, während Partner wie Verne sich um lokale Abläufe, Markterschließung und regulatorische Fragen kümmern.
Der Dienst läuft täglich von 7 bis 21 Uhr und deckt zunächst rund 90 Quadratkilometer im erweiterten Stadtzentrum Zagrebs ab, inklusive Flughafen. Buchbar über die Verne-App, bald auch über Uber. Die kroatische Hauptstadt mit ihren engen, kurvigen Gassen und der Mischung aus mittelalterlicher und moderner Bebauung gilt als anspruchsvolles Testfeld. Pony.ai sieht darin eine Bestätigung der „technologischen Anpassungsfähigkeit“ seiner autonomen Fahrlösung.
20 Städte bis Jahresende?
Das Unternehmen hat sich vorgenommen, bis Ende 2026 in mehr als 20 Städten weltweit präsent zu sein. Mit Zagreb ist man nun in Europa angekommen, nachdem man bereits in China, Ostasien und dem Nahen Osten aktiv war. Ob das Tempo gehalten werden kann, bleibt abzuwarten. Die Ankündigung klingt ambitioniert, die Umsetzung in Zagreb allerdings verlief schneller als erwartet.
Pony.ai wurde 2016 gegründet und zählt nach eigenen Angaben zu den wenigen Unternehmen weltweit, die vollautonome kommerzielle Dienste ohne Sicherheitsfahrer anbieten. Das Unternehmen ist sowohl an der Nasdaq als auch in Hongkong gelistet.
Viel Euphorie, wenig Konkretes
Die vorbörsliche Kursreaktion zeigt: Die Anleger werten den Europastart als Erfolg. Allerdings fehlen bislang konkrete Zahlen zum Betrieb – wie viele Fahrzeuge im Einsatz sind, wie die Auslastung aussieht, welche Umsätze generiert werden. Die Pressemitteilung bleibt da vage. Ob Zagreb mehr ist als ein Prestigeprojekt, wird sich zeigen müssen.
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