Die Aktie von Polestar verzeichnet einen deutlichen Rückgang von 7,1 Prozent auf 4,89 USD. Ein einzelner unternehmensspezifischer Auslöser für das Minus zu Wochenbeginn liegt nicht vor. Allerdings lasten die jüngsten Absatzzahlen für das dritte Quartal und eine drastische Kurszielsenkung durch die britische Investmentbank Barclays auf der Stimmung der Marktteilnehmer.
Barclays kappt Kursziel drastisch
Barclays reagierte auf die verhaltene operative Entwicklung des schwedisch-chinesischen Elektroautobauers. Analyst Dan Levy strich das Kursziel für die Papiere von Polestar Automotive Holding UK PLC von zuvor $15 auf nur noch $5 zusammen. Die Einstufung beließ der Experte weiterhin auf „Underweight“.
Die Anpassung spiegelt wachsende Skepsis hinsichtlich der weiteren Geschäftsentwicklung wider. Polestar kämpft wie viele Hersteller reiner Elektrofahrzeuge mit einem anspruchsvollen Marktumfeld, zunehmendem Wettbewerb und regulatorischen Hürden in wichtigen Absatzmärkten.
Absatz stagniert trotz globalem Zuwachs
Bereits am Donnerstag hatte das Unternehmen vorläufige Auslieferungszahlen für das dritte Quartal 2026 vorgelegt. In den drei Monaten übergab Polestar geschätzte 14.371 Fahrzeuge an Kunden. Dies entspricht einem Zuwachs von rund einem Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. In den ersten neun Monaten des Jahres beliefen sich die Auslieferungen auf geschätzte 44.790 Autos, was einem leichten Anstieg von 0,6 Prozent entspricht.
Hinter der stabilen Gesamtzahl verbirgt sich jedoch eine deutliche regionale Schwäche. Laut Reuters gingen die Auslieferungen außerhalb der Vereinigten Staaten im abgelaufenen Quartal um 8 Prozent zurück. Der Konzern reichte die Absatzzahlen zudem per Form 6-K bei der US-Börsenaufsicht SEC ein.
Herausforderungen im US-Geschäft
Zusätzlicher Gegenwind droht auf dem US-amerikanischen Markt. Wie Reuters berichtete, nähert sich Polestar dem vollständigen Abverkauf der verbleibenden Fahrzeuge des Modelljahres 2026. Hintergrund sind drohende Beschränkungen der US-Behörden für den Verkauf vernetzter Fahrzeuge ab dem kommenden Modelljahr.
CEO Michael Lohscheller betonte in diesem Zusammenhang, dass das Servicenetzwerk sowie das Geschäft mit Gebrauchtwagen in den USA trotz der Beschränkungen fortgeführt werden sollen. Wie der Hersteller die wegfallenden Neuwagenverkäufe mittelfristig kompensieren will, bleibt für Investoren jedoch ein Unsicherheitsfaktor.
Weitere Details zur finanziellen Verfassung des Unternehmens dürften im kommenden Monat folgen. Polestar plant, ausgewählte Finanzergebnisse für das dritte Quartal zu veröffentlichen und im Rahmen einer Telefonkonferenz zu erläutern.
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