Man muss das erstmal sacken lassen: Polestar hat im Geschäftsjahr 2025 so viel Geld verloren wie noch nie seit dem Börsengang. 2,36 Milliarden Dollar Jahresverlust, nach 2,05 Milliarden im Vorjahr. Davon entfallen allein 1,05 Milliarden auf Wertminderungen. Die Aktie verlor am Freitag an der Nasdaq fast 12 Prozent, während der S&P 500 gleichzeitig 1,2 Prozent zulegte. Über die vergangenen zwölf Monate summiert sich das Minus auf 40 Prozent.
Und doch steckt im Zahlenwerk auch echte Substanz. Retailverkäufe kletterten um 34 Prozent auf einen Rekordwert von 60.119 Fahrzeugen. Der Umsatz sprang um 50 Prozent auf 3,06 Milliarden Dollar. Im vierten Quartal allein kamen 887 Millionen Dollar rein, 54 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Der Quartalsverlust schrumpfte auf 799 Millionen Dollar, von 1,18 Milliarden im Vorjahresquartal.
Polestar Automotive Holding UK PLC Aktie Chart
China produziert, Trump stört
Das Kernproblem bleibt bekannt. Polestar baut seine Autos überwiegend in China. Das war schon vor Trumps Zollpolitik kein einfaches Fundament für eine internationale Expansion, nun ist es ein offenes Risiko. CEO Michael Lohscheller formulierte es o: Er erwarte, dass die Marktbedingungen „noch schwieriger werden, angesichts der anhaltenden geopolitischen Entwicklungen.“ Der Krieg im Iran kommt erschwerend hinzu, Lieferkettenstörungen inklusive.
Geely Holding, der chinesische Mutterkonzern, hält Polestar derzeit finanziell am Laufen. Ohne diesen Rückhalt wäre der hohe Cash-Burn kaum zu stemmen.
Autoliv feiert, Polestar nicht
Ausgerechnet am selben Tag, an dem Polestars Aktie absackte, legte der Partner Autoliv um rund 10 Prozent zu. Der Airbag- und Gurthersteller übertraf die Erwartungen im ersten Quartal und bestätigte seine Jahresprognose. Autoliv und Polestar arbeiten gemeinsam an einem klimaneutralen Fahrzeug bis 2030. Bis dahin ist es noch weit.
Rekordverkäufe, Rekordverlust. Irgendwann muss das eine das andere einholen. Bisher holt das Loch schneller auf.
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