Der Quartalsbericht von POET Technologies erzählt zwei Geschichten gleichzeitig. Auf der einen Seite: ein Unternehmen, das plötzlich in aller Munde ist, mit einem 500-Millionen-Dollar-Deal, neuen Industriepartnern und einer Technologieplattform, die offenbar genau das trifft, was der KI-Infrastrukturmarkt gerade braucht. Auf der anderen Seite: ein Nettoverlust von 12,3 Millionen Dollar im ersten Quartal 2026, ein Umsatz von gerade mal 503.000 Dollar und ein operativer Cashflow von minus 8,8 Millionen Dollar.
Der Deal, der alles überlagert
Das Schlagwort des Quartals ist Lumilens. POET hat mit dem Unternehmen eine Liefervereinbarung geschlossen, die einen initialen Kaufauftrag über 50 Millionen Dollar für EOI-basierte optische Engines umfasst. Das ist Phase eins. Was dahintersteckt, klingt noch ambitionierter: ein kumuliertes Kaufvolumen von potenziell mehr als 500 Millionen Dollar über fünf Jahre. CEO Suresh Venkatesan nennt das einen „wichtigen kommerziellen Meilenstein“, und das ist für einmal keine leere Formulierung.
Dazu kommen die Partnerschaft mit LITEON, einem der weltweit führenden Anbieter optoelektronischer Halbleiterkomponenten, sowie die gemeinsame Entwicklung eines 1,6T-Transceivers mit Lessengers für KI-Cluster und hyperscalige Rechenzentren. POET baut sich gerade ein Netzwerk auf, das nach echtem Industrieinteresse aussieht.
POET Technologies Aktie Chart
Die Zahlen dahinter
Nur: Das alles kostet. Forschung und Entwicklung schluckte im ersten Quartal 4,5 Millionen Dollar, die aktienbasierte Vergütung lag bei 3,5 Millionen Dollar, die Finanzberatungsgebühren bei 3,3 Millionen Dollar. Der Umsatz von 503.000 Dollar wächst zwar deutlich, gemessen an Q1 2025 sogar um knapp 200 Prozent. Doch gemessen an den laufenden Kosten ist er noch immer ein Tropfen.
Der Nettoverlust von 12,3 Millionen Dollar sieht auf den ersten Blick schlimmer aus als er ist. Im Vorquartal waren es 42,7 Millionen Dollar Verlust, damals aber durch einen nicht zahlungswirksamen Verlust aus der Neubewertung von Derivat-Warrants verzerrt. In Q1 2026 war dieser Effekt mit einem Gewinn von 1,6 Millionen Dollar deutlich kleiner. Der operative Cashburn von 8,8 Millionen Dollar ist das eigentlich relevante Maß, und der ist gegenüber dem Vorjahresquartal praktisch unverändert.
Vom Ausland ins Silicon Valley
Interessant ist auch der geplante Umzug des Firmensitzes in die USA. POET will sich künftig nicht mehr als ausländische Gesellschaft klassifizieren lassen, um den PFIC-Status zu vermeiden, der für US-Anleger steuerlich unangenehm werden kann. Das ist ein klares Signal an institutionelle US-Investoren.
POET Technologies ist ein Unternehmen, das gerade den Schritt von der Technologieentwicklung zur Produktvermarktung versucht. Die Deals sehen gut aus. Ob daraus Umsatz wird, der die Kosten irgendwann deckt, das ist die eigentliche Frage. 503.000 Dollar Quartalsumsatz und ein 500-Millionen-Dollar-Versprechen liegen noch sehr weit auseinander.
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