Bei POET Technologies klaffen Börsenkurs und operative Pläne weit auseinander. Während die Aktie in den letzten 30 Tagen fast ein Viertel an Wert verlor, rüstet sich das Unternehmen für den Sprung in die Massenfertigung. Die nächsten Monate entscheiden, ob die Technologie für KI-Rechenzentren die hohen Erwartungen erfüllt.
Der Handel am Freitag endete für Anleger enttäuschend. Mit einem Minus von 4,20 Prozent schloss die Aktie bei 7,30 Euro. Damit setzt sich der Abwärtstrend fort, der den Kurs innerhalb eines Monats um über 23 Prozent drückte.
Charttechnisch nähert sich das Papier einer markanten Zone. Der Relative-Stärke-Index (RSI) liegt bei 38,2 Punkten und signalisiert eine Beruhigung des Ausverkaufs. Marktteilnehmer blicken nun auf die 200-Tage-Linie bei 6,84 Euro als mögliche Unterstützung.
Milliardenmarkt für KI-Optik im Visier
Das Unternehmen arbeitet derzeit an mehr als zehn Kundenprojekten parallel. Diese Pipeline repräsentiert ein potenzielles jährliches Umsatzvolumen von über 100 Millionen US-Dollar. Im Fokus steht die Entwicklung optischer Triebwerke für den KI-Sektor und moderne Rechenzentren.
POET bereitet den Wechsel vom Entwickler zum kommerziellen Hersteller vor. In der zweiten Jahreshälfte 2026 soll die Serienfertigung offiziell starten. In diesem Zeitraum investiert der Vorstand rund 50 Millionen US-Dollar in neue Produktionsanlagen.
Massenproduktion rückt näher
Der operative Umsatz verdreifachte sich im ersten Quartal 2026 auf rund 503.000 US-Dollar. Der Nettoverlust stieg derweil auf 12,3 Millionen US-Dollar, was über den Prognosen vieler Analysten lag. Trotz des Rückschlags am Aktienmarkt hält das Management am strategischen Zeitplan fest.
Das Ziel bleibt ehrgeizig: Bis 2027 soll die Kapazität auf eine Million Einheiten pro Monat steigen. Die Installation der Maschinen bei den malaysischen Partnern in den kommenden Monaten gilt als nächster wichtiger Meilenstein. Erste Volumenaufträge im zweiten Halbjahr 2026 könnten eine fundamentale Neubewertung auslösen.
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