POET Technologies bereitet sich auf eine massive Skalierung seiner Fertigungskapazitäten vor. Das Unternehmen verfolgt das Ziel, bis Ende 2027 eine monatliche Kapazität von einer Million Einheiten für seine optischen Engines zu erreichen. Der heutige Kurs von 6,85 Euro markiert dabei eine Phase der Konsolidierung, nachdem die Aktie seit Jahresbeginn um 19 Prozent zulegen konnte.
Deutliches Umsatzplus und Großaufträge
Die jüngsten Geschäftszahlen unterstreichen diesen Wachstumskurs. Mitte August vermeldete das Unternehmen für das zweite Quartal einen Umsatz von rund 570.000 US-Dollar. Dies entspricht einem Zuwachs von 112 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum und markiert das sechste Quartal in Folge mit sequentiellem Wachstum. Gleichzeitig gelang es, den Nettoverlust von 12,3 Millionen US-Dollar im ersten Quartal auf 11,3 Millionen US-Dollar zu reduzieren.
Ein wesentlicher Treiber für die künftige Auslastung ist die strategische Vereinbarung mit Lumilens. Diese umfasst eine erste Bestellung für Triebwerke auf Basis des sogenannten Optical Interposers im Volumen von 50 Millionen US-Dollar.
Das Rahmenabkommen bietet das Potenzial, über einen Zeitraum von fünf Jahren kumulierte Käufe von mehr als 500 Millionen US-Dollar zu generieren. Ergänzend dazu sicherte sich das Unternehmen nach dem Quartalsende einen Auftrag eines bestehenden Kunden über 2,4 Millionen US-Dollar.
Finanzielle Basis durch Kapitalmaßnahmen gestärkt
Zur Finanzierung der Expansion verfügt POET über eine solide Liquiditätsreserve. Nach einer im Mai abgeschlossenen Kapitalerhöhung über 400 Millionen US-Dollar beliefen sich die Barmittel und kurzfristigen Anlagen zur Jahresmitte auf 796,3 Millionen US-Dollar. Insgesamt sammelte das Unternehmen über die vergangenen zwölf Monate rund 830 Millionen US-Dollar an Eigenkapital ein, um die technologische Entwicklung und den Markteintritt abzusichern.
Für den operativen Hochlauf in der zweiten Jahreshälfte 2026 sind Investitionen in Fertigungsanlagen von etwa 50 Millionen US-Dollar zum Jahresende geplant. Zudem soll die weltweite Belegschaft um etwa 50 Mitarbeiter vergrößert werden, um die technische Umsetzung zu flankieren. Eine neue Zusammenarbeit mit einem führenden Laser-Unternehmen zur Entwicklung externer Lichtquellen-Engines unterstreicht zudem die technologische Breite der Plattform.
Strategische Neuausrichtung im Management
Auch auf personeller Ebene gab es Anfang August weitreichende Veränderungen. Mit Sandeep Kumar wurde ein neuer Chief Operating Officer berufen, zudem verstärken Bardia Pezeshki und Jean F. Rankin den Verwaltungsrat. Jean-Louis Malinge schied hingegen aus persönlichen Gründen aus dem Gremium aus. Im Rahmen der personellen Erneuerung wurden zudem Aktienoptionen in Form von über 2,4 Millionen Restricted Stock Units an Führungskräfte ausgegeben.
Trotz der operativen Fortschritte und der Expansionsdynamik entschied sich das Board Mitte August gegen eine Verlegung des Unternehmenssitzes in die USA. Das Papier notiert aktuell deutlich unter seinem im Mai erreichten 52-Wochen-Hoch von 18,84 Euro. Dennoch blickt das Management auf mehr als zehn aktive Kundenprojekte, die künftig jeweils jährliche Umsätze von über 100 Millionen US-Dollar beisteuern könnten.
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