Der Halbleiterspezialist POET Technologies hat mit der Vorlage seiner Ergebnisse für das zweite Quartal 2026 einen deutlichen Sprung bei der Kommerzialisierung seiner Technologie vollzogen. Das Unternehmen verzeichnete am vergangenen Donnerstag nicht nur das sechste Quartal in Folge mit sequenziellem Wachstum, sondern sicherte sich zudem eine bedeutende kommerzielle Zusage durch einen strategischen Partner.
Kommerzialisierung gewinnt an Fahrt
Im zweiten Quartal 2026 stieg der Umsatz von POET Technologies im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 112 % auf 569.925 US-Dollar. Parallel dazu gelang es dem Unternehmen, den Nettoverlust auf 11,3 Millionen US-Dollar beziehungsweise 0,07 US-Dollar pro Aktie zu reduzieren, nachdem im Vorjahresquartal noch ein Minus von 17,3 Millionen US-Dollar zu Buche gestanden hatte. Damit traf das Ergebnis die Erwartungen der Marktteilnehmer.
Ein wesentlicher Treiber für das künftige Wachstum ist ein neu angekündigter Auftrag des strategischen Partners Lumilens. Dieser umfasst eine initiale Bestellung von optischen Engines auf Basis des Optical Interposer im Volumen von 50 Millionen US-Dollar.
Wie POET Technologies mitteilte, bleibt der Hochlauf der Produktion für diese optischen Einheiten im Plan für die zweite Jahreshälfte 2026. In den kommenden Monaten sollen umfangreiche Produktionseinheiten für Qualifizierungsprozesse ausgeliefert werden.
Zur Absicherung dieser Produktionspläne hat das Unternehmen bereits am vergangenen Dienstag eine exklusive Liefervereinbarung für Komponenten seiner Blazar-Plattform abgeschlossen. Diese soll die notwendigen Materialzusagen für den geplanten Hochlauf garantieren.
Finanziell sieht sich das Unternehmen gut gerüstet: Zum Ende des zweiten Quartals verfügte POET über Barmittel und kurzfristige Investitionen in Höhe von 796,3 Millionen US-Dollar. Diese Liquidität stammt unter anderem aus einer im Mai abgeschlossenen Kapitalerhöhung über 400 Millionen US-Dollar.
Personalwechsel im Management
Neben den Geschäftszahlen gab es am Wochenende Neuigkeiten aus der Führungsetage. Medienberichten zufolge wird der langjährige Finanzvorstand (CFO) Thomas Mika das Unternehmen im weiteren Verlauf des Jahres 2026 verlassen.
Dieser Schritt folgt auf eine bereits Anfang August vollzogene Umgestaltung des Board of Directors, in das Dr. Bardia Pezeshki und Jean F. Rankin berufen wurden, während Jean-Louis Malinge aus persönlichen Gründen ausschied.
Um die Führungsebene langfristig an das Unternehmen zu binden, genehmigte das Board am vergangenen Dienstag zudem die Zuteilung von rund 2,45 Millionen Restricted Stock Units (RSUs) an leitende Angestellte, die über einen Zeitraum von drei Jahren fällig werden.
Analysten reagieren auf Auftragsmeldung
Die jüngsten operativen Fortschritte und der Großauftrag von Lumilens lösten erste positive Reaktionen bei Analysten aus. Das Analysehaus Wall Street Zen stufte die Aktie am Samstag von „Sell“ auf „Hold“ hoch. Das Unternehmen begründete diesen Schritt mit dem Quartalsbericht und der Bestätigung des ersten großen kommerziellen Auftrags.
Am Markt wurden die Nachrichten positiv aufgenommen. Zum Handelsschluss am Freitag verzeichnete der Wert ein Plus von 6,6 % und beendete die Woche bei einem Kurs von 8,23 €. Damit notiert das Papier aktuell rund 19 % über seinem gleitenden Durchschnitt der letzten 200 Tage, was den anhaltenden Aufwärtstrend der vergangenen Monate unterstreicht.
Seit Beginn des Jahres hat der Titel bereits um 43 % an Wert gewonnen. Die Analysten von Zacks führen für den Wert zudem ein Average Brokerage Recommendation (ABR) von 1,00, was einem „Strong Buy“ entspricht, basierend auf den Einschätzungen von drei Maklerhäusern.
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