POET Technologies kämpft an mehreren Fronten. Nach dem Verlust wichtiger Kaufaufträge steht nun auch eine Untersuchung wegen möglicher Verstöße gegen US-Wertpapiergesetze im Raum. Parallel hat sich das Unternehmen frisches Kapital gesichert — ein starkes Polster, aber kein Ersatz für verlorenes Vertrauen.
Der Kernkonflikt ist klar: POET muss beweisen, dass der Produktionshochlauf funktioniert, während Anleger die Folgen der gekündigten Marvell-Aufträge und mögliche Offenlegungsprobleme einpreisen.
Untersuchung nach Marvell-Kündigung
Die Kanzlei Faruqi & Faruqi hat am 20. Mai 2026 eine Untersuchung möglicher Ansprüche gegen POET Technologies angekündigt. Betroffene Investoren können bis zum 29. Juni 2026 beantragen, als Lead Plaintiff in einer möglichen Sammelklage aufzutreten.
Im Zentrum stehen Vorwürfe, POET habe irreführende Aussagen zu Geschäftsaussichten und operativer Lage gemacht. Besonders schwer wiegt die Kündigung sämtlicher Kaufaufträge durch Marvell am 23. April 2026. Marvell verwies dabei auf mögliche Verstöße gegen Vertraulichkeitspflichten.
Die Marktreaktion fiel heftig aus. Am 27. April brach die Aktie im Tagesverlauf um mehr als 45 Prozent ein. Kein Wunder, dass der Fall nun juristisch aufgearbeitet wird.
Steuerstatus und Management im Blick
Die Untersuchung reicht über die Vertragskündigung hinaus. Geprüft werden auch Angaben zum steuerlichen Status von POET als mögliche Passive Foreign Investment Company nach US-Recht. Eine solche Einstufung kann für US-Aktionäre erhebliche steuerliche Nachteile haben, wenn sie nicht korrekt kommuniziert wird.
Hinzu kommen Fragen rund um Finanzchef Thomas Mika. Im Raum steht der Vorwurf, er könnte in einem öffentlichen Interview gegen eine Vertraulichkeitsvereinbarung verstoßen haben. Mika hat den Verwaltungsrat bereits über seine geplante Pensionierung im weiteren Jahresverlauf informiert.
POET sucht nun einen Nachfolger für den langjährigen CFO. Operativ gab es ebenfalls eine Personalentscheidung: Sandeep Kumar wurde am 12. Mai 2026 zum neuen Chief Operating Officer ernannt.
Kapitalpolster gegen Vertrauensverlust
Die jüngsten Zahlen zeigen ein gemischtes Bild. Im ersten Quartal 2026 stieg der Umsatz auf 503.389 Dollar, ein Plus von 201 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Analystenkonsens lag allerdings deutlich höher bei 2,2 Millionen Dollar.
Unter dem Strich blieb ein Nettoverlust von 12,3 Millionen Dollar. Je Aktie entsprach das einem Minus von 0,08 Dollar.
Finanziell hat POET dennoch Luft gewonnen. Am 18. Mai schloss das Unternehmen eine registrierte Direktplatzierung mit Bruttoerlösen von 400.000.020 Dollar ab. Ausgegeben wurden mehr als 19 Millionen Stammaktien samt gleich vielen Optionsscheinen zu 21,00 Dollar je Einheit.
Bereits zum 31. März verfügte POET über 429 Millionen Dollar an Barmitteln und kurzfristigen Anlagen. Zusammen mit der neuen Finanzierung soll das den Betrieb für rund zweieinhalb Jahre absichern. Das verschafft Zeit — der operative Beweis steht aber noch aus.
Malaysia wird zum Prüfstein
Das Management richtet den Blick nun auf die Serienproduktion. POET erweitert die Kapazitäten in der Waferfertigung und bei der Montage optischer Engines jeweils um das Zehnfache. Der wichtigste Standort dafür ist eine Montagefläche von 20.000 Quadratfuß in Malaysia, über die im laufenden Jahr mehr als 30.000 optische Engines ausgeliefert werden sollen.
Besonders wichtig wird der geplante Produktionsstart für 800G-Optical-Engines im dritten Quartal 2026. Gelingt der Hochlauf, könnte POET zeigen, dass die Technologie kommerziell skalierbar ist. Misslingt er, rückt die juristische und operative Unsicherheit noch stärker in den Vordergrund.
Zum Handelsschluss am 19. Mai notierte die Aktie bei 13,07 Dollar und lag damit auf Wochensicht rund 4,8 Prozent im Minus. Der nächste konkrete Prüfpunkt ist die Umsetzung in Malaysia: Dort entscheidet sich, ob das frische Kapital in belastbare Auslieferungen mündet.
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