POET Technologies hat plötzlich zwei Baustellen, die kaum trennbar sind: Klagen wegen angeblicher Falschinformationen und ein geplanter Umzug in die USA. Der Aktienkurs reagiert bereits empfindlich. Hinter dem Fall steckt mehr als ein Rechtsstreit: Es geht um Vertrauen, Finanzierung und den Weg zur Serienproduktion.
Aktie kippt nach starkem Lauf
Die Aktie schoss binnen weniger Handelstage von 7,11 auf 20,81 US-Dollar. Am Montag schloss sie bei 14,01 US-Dollar. Damit ist ein großer Teil des jüngsten Kurssprungs wieder weg.
Am Montag verlor der Titel 12,27 Prozent. Nach einem Start nahe 17 Dollar rutschte er im Tagesverlauf deutlich ab. Auslöser waren neue Sorgen um den Zeitplan der Kommerzialisierung.
Sammelklagen erhöhen den Druck
Mehrere US-Sammelklagen richten sich gegen POET, CEO Suresh Venkatesan und CFO Thomas Mika. Eine Klage umfasst Käufer zwischen dem 1. April 2026 und 8:57 Uhr am 27. April 2026.
Der Vorwurf: Das Unternehmen habe Risiken rund um die Einstufung als Passive Foreign Investment Company unzureichend dargestellt. Diese PFIC-Einstufung kann US-Investoren steuerlich belasten. Sie kann auch die Attraktivität einer Aktie spürbar mindern.
Ein weiterer Punkt betrifft Marvell Semiconductor. Nach der Mitteilung über die Stornierung aller Celestial-AI-Bestellungen fiel die Aktie. Celestial AI gehört inzwischen zu Marvell. Marvell verwies auf vertrauliche Angaben zu Bestellungen und Versanddetails.
Die Kläger argumentieren auch mit der Kapitalstruktur. Die Zahl der ausstehenden Aktien sei von Ende 2022 bis Anfang 2026 um 303 Prozent gestiegen. Bei geringen operativen Umsätzen sei eine PFIC-Einstufung aus ihrer Sicht sehr wahrscheinlich gewesen.
US-Umzug soll PFIC-Risiko senken
Um das PFIC-Thema künftig zu entschärfen, hat der Verwaltungsrat einen Plan für eine Verlegung des Rechtssitzes in die USA gebilligt. Der Schritt soll verhindern, dass POET künftig als ausländische Gesellschaft eingestuft wird. Damit würde das PFIC-Risiko in späteren Jahren entfallen.
Falls die Aktionäre zustimmen müssen, soll der Punkt auf die Tagesordnung der Hauptversammlung am 26. Juni 2026 kommen. Drei Tage später endet die Frist für den federführenden Kläger am 29. Juni 2026. Das ist eng getaktet.
Operativ gibt es Fortschritte. Im ersten Quartal stieg der Umsatz auf 503.000 Dollar. Ein Jahr zuvor lag er bei 167.000 Dollar. Der Nettoverlust betrug 12,3 Millionen Dollar.
Der Lumilens-Auftrag ist der wichtigste Gegenpol zur Rechtsdebatte. Der anfängliche Auftrag hat ein Volumen von 50 Millionen Dollar. Der Rahmenvertrag könnte über fünf Jahre auf mehr als 500 Millionen Dollar wachsen.
Auch im Management bewegt sich etwas. Thomas Mika will in diesem Jahr als CFO zurücktreten. Dr. Sandeep Kumar soll als COO die Fertigung in Malaysia hochfahren. Er arbeitete zuvor 18 Jahre bei Silicon Labs.
Bis Ende Juni hängt der weitere Nachrichtenfluss an zwei klaren Punkten: dem möglichen Votum zum US-Umzug und der Frist in den Sammelklagen. Liefermeldungen könnten den operativen Teil stützen. Neue juristische Schritte würden dagegen schnell wieder auf die Bewertung drücken.
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