Der Windparkentwickler PNE kappt seine Gewinnziele für 2026 spürbar. Projekte rutschen ins nächste Jahr, einige Windparks behält der Konzern lieber selbst. Die Aktie reagierte prompt: Vorbörslich in Frankfurt lag sie zeitweise knapp 14 Prozent im Minus, nachbörslich über Tradegate waren es zunächst gut 9 Prozent auf 6,50 Euro.
Was sich ändert
Das EBITDA soll 2026 nur noch zwischen 60 und 75 Millionen Euro liegen. Bisher peilte der Vorstand 90 bis 120 Millionen Euro an. Beim bereinigten EBITDA sinkt die Spanne von 110 bis 140 Millionen auf 65 bis 80 Millionen Euro. Die Mitteilung kam am Dienstagabend nach Börsenschluss.
Der Konzern begründet den Schritt mit dem Timing. Transaktionen dauern länger als geplant, einzelne Genehmigungsverfahren haben sich verzögert. Die betroffenen Projekte sollen nun 2027 abgeschlossen werden. Die ursprünglich für dieses Jahr eingeplanten Ergebnisbeiträge fallen damit teilweise erst später an.
Hinzu kommt eine strategische Entscheidung: PNE will einige zum Verkauf vorgesehene Windparks im Bestand halten. Das drückt kurzfristig den Gewinn, stärkt aber das eigene Erzeugungsportfolio.
Operativ weiter solide
Das Management betont, das operative Geschäft laufe stark. Elf Projekte mit zusammen rund 361 Megawatt hat PNE in diesem Jahr bereits verkauft, in Deutschland, Polen und Frankreich. Genehmigungen gab es für zehn deutsche Windprojekte mit etwa 374 Megawatt. International kamen drei Windparks mit rund 290 Megawatt und 13 Solaranlagen mit etwa 335 Megawatt-Peak hinzu.
Vorstandschef Heiko Wuttke sagte, die Zeitverschiebungen würden sich nicht vollständig im Ergebnis niederschlagen. Dennoch erwarte er eines der besten Resultate der vergangenen Jahre. Langfristig sieht er die Wachstumstreiber intakt: Elektrifizierung, steigender Strombedarf durch Rechenzentren und staatliche Ausbaupläne.
Marktbeobachter dürften vor allem auf die Qualität der Verschiebung schauen. Rutschen Erlöse nur ins Jahr 2027, bleibt die Substanz erhalten. Verzögern sich Genehmigungen weiter, würde der Effekt länger nachwirken. Die Aktie hatte bereits am Vortag bei rund 7,10 Euro notiert und damit vor der Meldung wenig Spielraum nach unten gelassen.
Konkret entscheidet sich nun, wie viele der verschobenen Projekte 2027 tatsächlich zum Abschluss kommen. Die Zahlen zum Gesamtjahr dürften zeigen, wie viel des Rückstands das Unternehmen im Bestand hält.
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