Ein Anteil von 50 Prozent des OTC-Umsatzes stammt inzwischen von Kunden, die Plus500 seit mehr als fünf Jahren treu sind — vor vier Jahren lag dieser Wert noch bei 24 Prozent. Diese Zahl allein erklärt, warum die Aktie am Montag kräftig zulegte: Der Handelsplattform-Betreiber hat offenbar den Sprung von schnellem, aber flüchtigem Trading-Geschäft zu einer Kundenbasis geschafft, die bleibt.
Die Halbjahreszahlen liefern dazu den passenden Rahmen. Der Umsatz stieg um 12 Prozent auf 462,9 Millionen Dollar, das höchste Niveau seit drei Jahren. Noch stärker legte das Kundeneinkommen zu — Plus 24 Prozent auf 460,8 Millionen Dollar, ein Fünfjahreshoch. Die Aktie sprang im Tagesverlauf zeitweise um mehr als sechs Prozent nach oben.
Margendruck durch bewusste Investitionen
Nicht jede Kennzahl lief in die gleiche Richtung. Das EBITDA wuchs nur um ein Prozent auf 187,5 Millionen Dollar, die Marge rutschte von 45 auf 41 Prozent. Finanzchef Elad Even-Chen begründete das mit einer bewussten Entscheidung, stärker in Kundengewinnung und den US-Ausbau zu investieren — rund 70 Prozent der Kostenbasis seien variabel, was Flexibilität schaffe. Der Nettogewinn kletterte trotzdem um 2 Prozent auf 151,9 Millionen Dollar, der Gewinn je Aktie um 6 Prozent auf 2,17 Dollar.
USA und Prognosemärkte als Wachstumsmotor
Das Nicht-OTC-Geschäft — vor allem Futures und die in den USA regulierten Prognosemärkte — wuchs um rund 30 Prozent und macht inzwischen etwa 15 Prozent des Konzernumsatzes aus. Management rechnet hier für das laufende Jahr mit einem annualisierten Umsatz von rund 140 Millionen Dollar. Neue Partnerschaften mit Wealthsimple und Nelogica sowie der im Februar gestartete Prognosemarkt-Handel sollen dieses Segment weiter tragen.
Die aktive Kundenzahl wuchs um 10 Prozent auf 197.294, Neukunden legten um 17 Prozent auf 65.723 zu.
Kapitalrückführung bleibt hoch
Mit 861,3 Millionen Dollar Cash und ohne jegliche Schulden bleibt die Bilanz solide. Der Konzern kündigte am Ergebnistag Ausschüttungen von 182,5 Millionen Dollar an — 100 Millionen Dollar Aktienrückkauf und 82,5 Millionen Dollar Dividende. Für das Gesamtjahr 2026 summieren sich die angekündigten Ausschüttungen auf 370 Millionen Dollar, was einer Rendite von 8 Prozent entspricht.
Für das Gesamtjahr hält das Management an der Markterwartung von 811,5 Millionen Dollar Umsatz und 365,1 Millionen Dollar EBITDA fest. Nach eigenen Angaben ist der Start ins zweite Halbjahr bereits kräftig ausgefallen — getragen von der Dynamik an den globalen Finanzmärkten und dem fortschreitenden Ausbau der US-Aktivitäten.
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