Der Wasserstoff-Spezialist Plug Power kämpft sich seit Monaten an mehreren Fronten gleichzeitig zur Profitabilität durch. Nach einer Serie von Nachrichten – Kurszielanhebung, Werksaufgabe, Quartalszahlen – zeigt sich am Freitag ein Kurs von 1,87 Euro, ein Plus von 3,3 Prozent auf Tagessicht.
Der Blick auf die vergangenen Wochen offenbart ein Unternehmen, das operative Fortschritte macht, aber noch weit von seinem einstigen Kursniveau entfernt ist.
Der lange Weg zur schwarzen Null
Vor rund zwei Wochen hatte Plug Power seine Quartalszahlen vorgelegt, seither hat sich der Kurs nur moderat um 0,7 Prozent bewegt. Die Zahlen selbst zeigten allerdings deutliche Fortschritte: Die Bruttomarge verbesserte sich von minus 31 Prozent im Vorjahreszeitraum und minus 13 Prozent im ersten Quartal auf annähernd die Nulllinie.
Der Servicebereich wuchs um 82 Prozent auf rund 30 Millionen Dollar bei einer Marge von 27 Prozent, während das Kraftstoffgeschäft um etwa 15 Prozent auf rund 39 Millionen Dollar zulegte.
Das Unternehmen hob daraufhin seine Umsatzwachstumsprognose für das Gesamtjahr auf 15 bis 16 Prozent an, nachdem zuvor eine Spanne von 13 bis 15 Prozent gegolten hatte. Als Ziel nannte das Management ein positives EBITDAS im vierten Quartal.
Getragen wird dieser Ausblick auch von der Kundenseite: Zwei der größten Abnehmer im Bereich Materialtransport planen, in den kommenden drei Jahren mehr als 20.000 GenDrive-Einheiten zu ersetzen. Ein solcher Austauschzyklus würde dem Servicegeschäft über Jahre hinweg planbare Einnahmen sichern – ein Aspekt, der in der aktuellen Bewertung noch nicht vollständig eingepreist scheint.
Liquidität bleibt der kritische Faktor
Parallel zur operativen Verbesserung treibt Plug Power seine Bemühungen voran, frisches Kapital zu mobilisieren. Zwei Vereinbarungen mit Stream US Data Centers sollen kurzfristig mehr als 80 Millionen Dollar an Liquidität einbringen, in Summe könnten die Transaktionen mehr als 275 Millionen Dollar zum übergeordneten Liquiditätsziel des Unternehmens beitragen.
Diese Monetarisierung eigener Projekte, vor über einem Monat eingeleitet, hat den Kurs seither allerdings nicht gestützt – im Gegenteil, das Papier verlor in diesem Zeitraum 19,6 Prozent.
Vor rund zwei Wochen hatte Plug Power zudem die Elektrolyseanlage CHYMIA aufgegeben, ein Schritt, der im Kontext der laufenden Kostendisziplin des Unternehmens zu sehen ist. Solche Einschnitte gehören offenbar zur Strategie, das Portfolio auf margenstärkere Bereiche wie Service und Kraftstoff zu konzentrieren, während kapitalintensive Projekte zurückgestellt werden.
Kurs bleibt unter Druck trotz operativer Fortschritte
Trotz der operativen Fortschritte notiert die Aktie mit 1,87 Euro rund 54 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 4,04 Euro, das Anfang Oktober vergangenen Jahres erreicht wurde. Zum 52-Wochen-Tief von 1,20 Euro, markiert Anfang September, besteht dagegen ein Abstand von 56 Prozent nach oben.
Der Kurs liegt zudem knapp 4 Prozent unter dem 50-Tage-Durchschnitt und rund 12 Prozent unter dem 200-Tage-Durchschnitt – Zeichen dafür, dass die mittelfristige Erholung noch nicht abgeschlossen ist.
Eine Kurszielanhebung, vor gut drei Wochen erfolgt, hatte kurzzeitig für Auftrieb gesorgt, seither gab der Kurs jedoch um 4,8 Prozent nach. Für Anleger bleibt die Kernfrage bestehen: Reichen die operativen Verbesserungen und die Liquiditätsmaßnahmen aus, um bis zum vierten Quartal tatsächlich die versprochene schwarze Null zu erreichen? Die kommenden Wochen dürften zeigen, ob sich der fundamentale Fortschritt endlich auch nachhaltig im Kurs niederschlägt.
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