Wasserstoff-Unternehmen liefern selten Zahlen, die den Markt positiv überraschen. Plug Power ist im zweiten Quartal genau das gelungen — und ein Detail sticht besonders heraus: Das Servicegeschäft wächst kräftig und verändert die Ertragsstruktur des Unternehmens spürbar.
Aftermarket als Wachstumstreiber
Der Umsatz kletterte auf rund 178 Millionen Dollar, moderat über dem Vorjahreswert von 174 Millionen Dollar und deutlich über der Analystenerwartung von 169 Millionen Dollar. Innerhalb der Bereiche fällt vor allem das Servicegeschäft auf: Die Erlöse daraus stiegen um 82 Prozent auf etwa 30 Millionen Dollar, bei einer positiven Marge von 27 Prozent.
Der Hintergrund: Plug Power hat im Material-Handling-Bereich 1.666 GenDrive-Brennstoffzelleneinheiten ausgeliefert — mehr als doppelt so viele wie im Vorjahresquartal. Eine wachsende installierte Basis erzeugt wiederkehrende Umsätze durch Ersatzgeräte, Wartung und Wasserstoffbelieferung. Zwei der größten Kunden im Material-Handling-Segment planen zudem, in den kommenden drei Jahren mehr als 20.000 GenDrive-Einheiten zu erneuern — ein Signal für stabile Nachfrage über mehrere Jahre.
Elektrolyseur-Pipeline füllt sich
Auch im Elektrolyseur-Geschäft kam Bewegung in die Auftragslage. Plug Power erhielt die finale Investitionsentscheidung für das 30-Megawatt-Projekt Barrow Green Hydrogen in Großbritannien und wurde für das 275-Megawatt-FEED-Scope am Courant-Projekt in Québec ausgewählt. Hinzu kommt eine 50-Megawatt-Bestellung für Oricas Hunter Valley Hydrogen Hub in Australien, nach eigenen Angaben das größte Grün-Wasserstoff-Projekt des Landes mit erreichter Investitionsentscheidung.
Auf der Kostenseite reduzierte das Unternehmen die operativen Ausgaben um rund 50 Prozent auf etwa 62 Millionen Dollar. Die Bruttomarge erreichte damit annähernd die Gewinnschwelle, nach minus 31 Prozent im Vorjahresquartal und minus 13 Prozent im ersten Quartal 2026. Der bereinigte Verlust je Aktie schrumpfte auf 0,07 Dollar, nach 0,18 Dollar im Vorjahr — die Analystenschätzung von minus 0,08 Dollar wurde übertroffen.
CEO Jose Luis Crespo hob die Umsatzprognose für das Gesamtjahr 2026 auf ein Wachstum von 15 bis 16 Prozent an und begründete dies mit der historisch stärkeren zweiten Jahreshälfte sowie dem soliden Auftragsbestand. Das Management bekräftigte zudem das Ziel, im vierten Quartal ein positives EBITDAS zu erreichen — nachdem die Bruttomarge in nur zwei Quartalen von minus 13 auf annähernd null Prozent gestiegen ist, bleibt dieser Meilenstein der zentrale Prüfstein für die zweite Jahreshälfte.
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