Liebe Leserin, lieber Leser,
der Mittwoch war ein weiterer, guter Tag für die Aktie von Plug Power: An der Nasdaq verbesserten sich die Papiere des US-Brennstoffzellen- und Wasserstoff-Spezialisten um gut drei Prozent auf jetzt 2,35 US-Dollar. Nachdem die Plug-Aktie vor dem Jahreswechsel wieder unter die Marke von 2 Dollar gefallen war, hat sie seitdem um rund 20 Prozent zugelegt. Und doch ist offenbar nicht alles gut im Unternehmen, vom langfristigen Kursverlauf einmal ganz abgesehen. Ein Konflikt mit einer ehemaligen Führungskraft ist jetzt vor Gericht gelandet – und lässt tief blicken.
Plug Power verklagt ehemaligen Präsidenten
Denn laut der US-amerikanischen Tageszeitung Times Union verklagt Plug Power seinen ehemaligen Präsidenten, der einst als CEO vorgesehen war, wegen angeblicher Vertragsverletzungen. Sanjay Shrestha soll dem Bericht zufolge sowohl vor als auch nach seinem Rücktritt im Oktober 2025 gegen verschiedene Auflagen verstoßen haben. „In diesem Fall geht es um einen ehemaligen leitenden Angestellten von Plug Power, der seine vertraglichen Verpflichtungen gegenüber Plug eklatant und schwerwiegend verletzt hat“, wird aus der Klage zitiert.
Shrestha war im April 2019 als Chief Strategy Officer eingestellt worden. Die Klage, die am 9. Januar beim Obersten Gerichtshof des Bundesstaates in Albany eingereicht worden war, gewähre nun „einen seltenen Einblick in die internen Abläufe von Plug Power und dessen Vorstand in einer kritischen Phase für das Unternehmen, das seit seiner Gründung 1997 Verluste in Höhe von 7 Milliarden US-Dollar verzeichnet hat“, so die Tageszeitung.
- Die Vorwürfe geben demnach auch Aufschluss über die überraschende Ankündigung von Plug vom 7. Oktober 2025
- Damals gab Shrestha seinen Rücktritt und die sofortige Übernahme seiner Position durch CRO Jose Luis Crespo bekannt
Plug-CEO Marsh hielt wenig von ihm
„In der Ankündigung hieß es außerdem, Crespo werde im März 2026 die Position des CEO übernehmen, wenn Andrew Marsh zurücktritt und zum Executive Chairman des Aufsichtsrats von Plug Power ernannt wird“, so die Times Union. Plug habe damals erklärt, die Veränderung sei Teil eines langfristigen Nachfolgeplans, der zu Crespos Beförderung zum Präsidenten geführt habe. Die Klage zeichne jedoch ein etwas anderes Bild: Demnach hatte Marsh zwar geplant, Shrestha letztendlich zum CEO zu ernennen. Er und der Aufsichtsrat hätten ihn jedoch – selbst nach seiner Beförderung vom Chief Strategist zum Präsidenten – „nicht für die Spitzenposition geeignet gehalten.“
„Einige Vorstandsmitglieder hegten Zweifel an Shrestha“, heißt es demnach in der Klageschrift. Weiter werde behauptet, er sei „ständig hinter den an ihn gestellten Anforderungen zurückgeblieben“. Die Klage werfe Shrestha außerdem vor, mitten im Kostensenkungsprogramm des Unternehmens, dem sogenannten Projekt Quantum Leap, Urlaub genommen zu haben. Das Programm sollte Plug der Profitabilität näherbringen, die es jedoch nie erreichte.
Kurs der Plug-Aktie langfristig ein Desaster
Und nun zeichnet die Auseinandersetzung zwischen Unternehmen und ehemaliger Führungskraft kein gutes Bild. Das gilt auch für den langfristigen Kurs der Plug-Aktie. Trotz aktueller Erholung haben die Papiere im zurückliegenden Vierteljahr nicht allein rund 40 Prozent an Wert eingebüßt. Seit Anfang 2021 hat Plug Power nicht weniger als 96 Prozent seines Börsenwerts eingebüßt.
Der jüngste Kursanstieg wurde auch durch eine Empfehlung des US-Investmenthauses Clear Street ausgelöst. Die Analysten stuften
- die Plug-Power-Aktie von „Halten“ auf „Kaufen“ hoch
- reduzierten das Kursziel zugleich von 3,50 auf 3,00 US-Dollar
Vor allem wegen der Verwässerung durch die Ende November abgeschlossene Refinanzierung einer Wandelanleihen, wie es hieß. Zudem dürfte das weiterhin defizitäre Unternehmen erneut frisches Kapital benötigen.
Nächste Kapitalerhöhungen drohen bereits
Das könnte sich bereits am heutigen Donnerstag zeigen: In einer außerordentlichen, virtuellen Hauptversammlung will das Plug-Management laut esg-aktien.de eine Verdopplung des genehmigten Aktienkapitals von 1,5 auf 3 Milliarden Aktien beantragen – offenbar als Vorbereitung weiterer Kapitalerhöhungen.
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