Plug Power kann einen echten Erfolg vermelden. Der Konzern liefert 50 Megawatt an PEM-Elektrolyseuren für den Hunter Valley Hydrogen Hub in Newcastle, Australien. Trotzdem fällt die Aktie weiter — ein Widerspruch, der die aktuelle Lage des Wasserstoff-Spezialisten gut zusammenfasst.
Großprojekt erreicht Investitionsentscheidung
Das von Orica geführte Projekt hat kürzlich seine finale Investitionsentscheidung getroffen. Damit startet eines der größten Wasserstoff-Vorhaben der Region in die Bauphase. Plug Power liefert dafür seine GenEco-PEM-Elektrolyseure an den Standort in New South Wales.
Sobald die Anlage läuft, soll sie jährlich rund 4.700 Tonnen grünen Wasserstoff produzieren. Diese Menge könnte etwa 7,5 Prozent des Erdgasverbrauchs am Orica-Standort Kooragang Island ersetzen. Der Baubeginn ist für 2026 geplant, die erste Wasserstoffproduktion soll Anfang 2029 starten.
Das Projekt ist zudem der erste Empfänger von Fördermitteln aus Australiens „Hydrogen Headstart“-Programm, der die Investitionsentscheidung erreicht hat. Die australische Energieagentur ARENA unterstützt das Vorhaben mit umgerechnet rund 432 Millionen australischen Dollar an Produktionszuschüssen. Über zehn Jahre gerechnet entspricht das einer Förderung von etwa 9,19 australischen Dollar pro Kilogramm produziertem Wasserstoff.
Sektorweiter Ausverkauf überschattet den Erfolg
Der Auftrag ändert wenig an der Kursentwicklung. Am Dienstag brach der gesamte Brennstoffzellen-Sektor ein — auch Bloom Energy und FuelCell Energy verzeichneten deutliche Verluste. Plug Power schloss bei 2,18 Euro und verlor damit binnen sieben Tagen 6,41 Prozent.
Auf Monatssicht summiert sich das Minus auf 21,49 Prozent. Seit Jahresbeginn steht die Aktie dennoch mit 14,63 Prozent im Plus, auf Zwölfmonatssicht sogar mit 80,33 Prozent. Der Kurs bewegt sich damit weit von seinem 52-Wochen-Hoch von 3,72 Euro entfernt, das erst am 2. Juni erreicht wurde — ein Abstand von 41,45 Prozent.
Die technischen Indikatoren deuten auf eine überverkaufte Aktie hin. Der 14-Tage-RSI liegt bei 34,4, der Kurs notiert 21,28 Prozent unter dem 50-Tage-Durchschnitt von 2,77 Euro. Auch der 200-Tage-Durchschnitt von 2,26 Euro liegt noch über dem aktuellen Niveau.
Bilanz zeigt Wachstum und hohen Mittelabfluss
Die Geschäftszahlen für das erste Quartal 2026 liefern gemischte Signale. Der Umsatz stieg um 22 Prozent auf 163,5 Millionen Dollar. Gleichzeitig verbuchte Plug Power einen Nettoverlust von 245,3 Millionen Dollar bei einem Cash-Verbrauch von 150 Millionen Dollar.
Zum Quartalsende verblieb dem Unternehmen eine Kassenreserve von 802 Millionen Dollar. Diese Reserve dürfte entscheidend bleiben, solange Großprojekte wie der Hunter Valley Hub erst Jahre später Erträge liefern.
Der nächste Quartalsbericht wird für den 10. August 2026 erwartet. Analysten richten den Blick dabei vor allem auf Fortschritte bei der Bruttomarge — dem Punkt, an dem sich zeigen muss, ob Aufträge wie der australische Wasserstoff-Hub am Ende auch die Bilanz stützen.
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