Plug Power startet mit erheblichem Gegenwind in die neue Handelswoche. Die Aktie notiert bei 2,20 Euro — rund 41 Prozent unter dem Junihoch von 3,72 Euro. Entscheidend wird, was sich in den nächsten Tagen auf zwei Fronten tut: ein kritischer Immobilienverkauf und der nahende Quartalsbericht.
Heute ist der letzte Tag für den Gateway-Deal
Der Verkauf des Project-Gateway-Geländes in New York an Stream Data Centers muss bis spätestens 30. Juni 2026 abgeschlossen sein. Das ist heute. Plug erwartet daraus Bruttoerlöse von mindestens 132,5 Millionen Dollar — bei günstigen Bedingungen bis zu 142 Millionen Dollar.
Das Gelände im STAMP-Industriepark umfasst Land, Infrastruktur und Umspannwerksanlagen. Ursprünglich für Wasserstoff-Elektrolyse vorgesehen, soll es künftig ein Rechenzentrum betreiben. Der Deal ist der erste Schritt eines Programms, das insgesamt mehr als 275 Millionen Dollar an Liquidität freisetzen soll — durch Asset-Verkäufe, Freigabe gebundener Barmittel und niedrigere Betriebskosten.
Plug schloss das erste Quartal mit 802 Millionen Dollar an liquiden Mitteln ab. Ob der Gateway-Abschluss heute bestätigt wird, dürfte die Stimmung rund um das gesamte Liquiditätsprogramm prägen.
Q2-Zahlen rücken näher
Parallel läuft die Erwartungsuhr für den zweiten Quartalsbericht. Auf dem Q1-Call im Mai stellte das Management einen Q2-Umsatz leicht über dem Q1-Niveau in Aussicht. Im ersten Quartal erzielte Plug 163,5 Millionen Dollar Umsatz — ein Plus von 22 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die GAAP-Bruttomarge verbesserte sich von minus 55 auf minus 13 Prozent.
Für das Gesamtjahr peilt das Management ein Umsatzwachstum von 13 bis 15 Prozent an. Das übergeordnete Ziel bleibt: EBITDAS-positiv zum Jahresende 2026, positives operatives Ergebnis Ende 2027, Gesamtprofitabilität Ende 2028.
Elektrolyseur-Pipeline als Rückenwind
Plug hat weltweit mehr als 320 MW Elektrolyseurkapazität installiert. Die Projektpipeline übersteigt 8 Milliarden Dollar — mit Partnern wie Galp Energia, Iberdrola und BP. In Kanada erhielt das Unternehmen einen 275-MW-Engineering-Auftrag von Hy2gen in Québec.
Im Mai traf das 30-MW-Projekt Barrow Green Hydrogen im englischen Cumbria seine finale Investitionsentscheidung. Die Anlage soll jährlich rund 100 GWh grünen Wasserstoff für ein Kimberly-Clark-Werk liefern.
Technisches Bild und Analystenmeinungen
Der RSI liegt bei 32,3 — knapp vor überverkauftem Terrain. Die Aktie notiert fast 22 Prozent unter ihrem 50-Tage-Durchschnitt von 2,81 Euro. Der Verkaufsdruck der vergangenen Wochen war erheblich.
Analysten stufen Plug im Schnitt mit „Hold“ ein. Das durchschnittliche Kursziel liegt bei 3,69 Dollar, die Spanne reicht von 0,75 bis 7,00 Dollar. Diese Bandbreite spiegelt das Alles-oder-nichts-Profil der Aktie wider: Gelingt die Umsetzung des Liquiditätsprogramms und der EBITDAS-Wende, öffnet sich erhebliches Aufwärtspotenzial. Scheitert Plug an einem dieser Meilensteine, droht erneuter Druck. Der heutige Tag liefert den ersten Datenpunkt.
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