Plug Power sammelt Kapital, wo es geht. Steuerkredit-Verkäufe, eine neue Aktienplan-Registrierung, ein prall gefülltes Projektbuch — und trotzdem notiert die Aktie rund 34 Prozent unter ihrem Jahreshoch. Der Abstand zwischen operativem Fortschritt und Börsenkurs könnte kaum größer sein.
Steuerkredite als Liquiditätsquelle
Am 2. Juni schloss Plug Power den Verkauf eines Bundesinvestitionssteuerkredits ab. Der Kredit stammt aus der Wasserstoff-Verflüssigungsanlage im louisianischen St. Gabriel und brachte rund 39,2 Millionen Dollar ein. Eine ähnliche Transaktion hatte das Unternehmen bereits im Januar 2025 durchgeführt — damals für die Anlage in Woodbine, Georgia, mit einem Volumen von 30 Millionen Dollar.
Parallel dazu registrierte Plug Power am 18. Juni 25 Millionen neue Aktien beim US-Wertpapieraufseher SEC. Die Aktien fließen in den bestehenden Mitarbeiter-Aktienplan. Die Hauptversammlung hatte die Aufstockung eine Woche zuvor genehmigt.
Elektrolyseure als Wachstumstreiber
Operativ läuft es besser als lange Zeit. Im ersten Quartal 2026 stieg der Gesamtumsatz um 22 Prozent auf 163,5 Millionen Dollar. Besonders das Elektrolyseur-Geschäft zog an: Der Segmentumsatz kletterte von 9,2 auf 40,8 Millionen Dollar — ein Plus von rund 343 Prozent.
Das Projektbuch überschreitet inzwischen 8 Milliarden Dollar. Neue Aufträge kommen aus Großbritannien, Kanada, Portugal und Spanien. Darunter ist ein 55-Megawatt-Auftrag für drei britische Grünwasserstoff-Projekte sowie eine 275-Megawatt-Machbarkeitsstudie für Hy2gen in Kanada.
Marge verbessert sich, Profitabilität bleibt Ziel
Die GAAP-Bruttomarge ist noch negativ — aber deutlich weniger als zuvor. Sie verbesserte sich von minus 55 Prozent im Vorjahr auf minus 13 Prozent im ersten Quartal 2026. Das Management hält am Ziel fest, im vierten Quartal 2026 ein positives bereinigtes EBITDA zu erreichen.
An der Börse spiegelt sich das bislang kaum wider. Die Aktie schloss die Woche bei 2,47 Euro — gut 12 Prozent unter dem 50-Tage-Durchschnitt. Immerhin: Auf Jahressicht steht ein Plus von 30 Prozent, und gegenüber dem 52-Wochen-Tief von 0,94 Euro hat sich der Kurs mehr als verdoppelt. Der RSI liegt bei 40 — technisch noch kein Kaufsignal, aber auch kein Panikwert. Die annualisierte Volatilität von knapp 90 Prozent zeigt, wie nervös der Markt bei dieser Aktie bleibt.
Entscheidend wird das vierte Quartal. Gelingt Plug Power erstmals ein positives EBITDA, könnte das die Neubewertung auslösen, auf die Aktionäre seit Monaten warten.
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