Plug Power schließt am Freitag bei 1,88 Euro. Fast unverändert, ein Mini-Plus von 0,04 Prozent. Doch unter der Oberfläche brodelt es: Kurz vor dem Wochenende bekräftigt BMO Capital Markets seine pessimistische Haltung zur Wasserstoff-Aktie.
BMO bleibt bei Sell, Kursziel 1,20 Dollar
Analyst Ameet Thakkar von BMO Capital hält an seinem Sell-Rating fest. Das aktuelle Kursziel liegt bei 1,20 Dollar – bereits im Mai hatte die Bank ihre ursprüngliche Marke von 1,00 Dollar angehoben und dabei ein „Underperform“-Rating vergeben. Die Bestätigung vom 17. Juli führt diesen höheren Wert fort.
Der Wall-Street-Konsens sieht deutlich anders aus. Im Schnitt kommen Analysten auf ein Hold-Rating mit einem Kursziel von 2,71 Dollar – mehr als das Doppelte von BMOs Einschätzung.
BMO steht mit seiner Skepsis nicht allein. Morgan Stanley-Analyst David Arcaro vergab am 9. Juli ebenfalls ein Sell-Rating. Craig-Hallum hält dagegen: Die Bank bestätigte am 13. Juli ihr Buy-Rating. Die Wall Street bleibt bei Plug Power tief gespalten, während das Management parallel an Kostensenkungen und Liquiditätsmaßnahmen arbeitet.
Charttechnik zeigt überverkaufte Aktie
Die erneute Skepsis trifft auf eine technisch angeschlagene Aktie. Der Kurs liegt aktuell 49,31 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch von 3,72 Euro, erreicht am 2. Juni 2026. Binnen 30 Tagen ging es um 18,42 Prozent nach unten.
Der 14-Tage-RSI steht bei 28,0 – ein Wert, der die Aktie als überverkauft einstuft. Historisch folgten auf solche Niveaus oft kurzfristige Erholungen, eine Garantie ist das allerdings nicht. Die annualisierte 30-Tage-Volatilität liegt bei happigen 50,30 Prozent und spiegelt die heftigen Kursschwankungen der vergangenen Wochen wider.
Liquiditätsmaßnahmen als Gegengewicht
Die bärische Analystensicht kommt trotz jüngster Bemühungen um die Bilanz. Anfang Juli hat Plug Power Transaktionen mit Stream US Data Centers detailliert – für das Projekt in Graham, Texas, und den New-York-Gateway-Standort. Beide Deals sind Teil einer breiteren Initiative, die mehr als 275 Millionen Dollar an Liquiditätsverbesserungen anpeilt. Davon sollen rund 80 Millionen Dollar kurzfristig fließen.
BMOs erneutes Sell-Signal deutet darauf hin, dass mindestens ein Analyst die Cash- und Margendruck-Probleme schwerer gewichtet als diese kurzfristigen Impulse. Im Quartal bis zum 31. März meldete Plug Power einen Umsatz von 163,51 Millionen Dollar, bei einem Nettoverlust nach GAAP von 245,3 Millionen Dollar. Vor einem Jahr lag der Umsatz noch bei 133,67 Millionen Dollar, der Verlust bei 196,66 Millionen Dollar – der Verlust wächst also schneller als der Umsatz.
Langfristig noch im Plus
Trotz der Talfahrt der letzten Wochen bleibt die Aktie auf Zwölf-Monats-Sicht mit 32,81 Prozent im Plus. Auf Jahressicht steht seit Januar ebenfalls ein Gewinn von 12,23 Prozent zu Buche.
Die Marktkapitalisierung liegt derzeit bei 2,62 Milliarden Euro. Die große Kluft zwischen BMOs Kursziel von 1,20 Dollar und dem breiteren Konsens nahe 2,71 Dollar zeigt: Bei Plug Power gehen die Meinungen weiter auseinander als bei den meisten vergleichbaren Titeln. Ob die geplanten Stream-US-Data-Centers-Transaktionen wie erwartet abgeschlossen werden, dürfte die nächste wichtige Wegmarke für die Aktie sein.
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