Die letzte Maiwoche zeigte ein ungewohntes Bild im Wasserstoffsektor. Während die Aktien von FuelCell Energy und Bloom Energy nachgaben, legte Plug Power zu – und das trotz eines leichten Rücksetzers zum Wochenschluss. Der Kurs notierte am Freitag bei 3,40 Euro, ein Minus von 4,02 Prozent zum Vortag. Über die Woche gerechnet steht dennoch ein Plus von gut vier Prozent. Grund für die relative Stärke: besser als erwartete Quartalszahlen und ein strategischer Projekt-Meilenstein in Europa.
Q1-Ergebnisse übertreffen die Erwartungen
Plug Power hat im ersten Quartal 2026 die Analystenschätzungen klar übertroffen. Der Umsatz lag mit 163,5 Millionen Dollar rund 17 Prozent über dem Konsens von 141,2 Millionen Dollar.
Der bereinigte Verlust je Aktie fiel mit minus 0,08 Dollar geringfügig besser aus als die erwarteten minus 0,09 Dollar. Das Management spricht von einer „starken kommerziellen Umsetzung“. Entscheidend für die Anleger ist jedoch der Ausblick: Plug Power hält am Ziel fest, im vierten Quartal 2026 ein positives EBITDAS (Ergebnis vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen und aktienbasierter Vergütung) zu erreichen. Unterstützt wird das durch erwartete Einnahmen von 275 Millionen Dollar aus der Wasserstoff-Monetarisierung. Die Gesellschaft arbeitet daran, den Cash-Verbrauch zu senken und die Finanzierung bis zur Profitabilitätsschwelle zu sichern.
Meilenstein in Großbritannien
Ein konkretes Signal liefert das 30-MW-Projekt Barrow Green Hydrogen in Nordwestengland. Im Mai fiel die endgültige Investitionsentscheidung. Plug Power liefert sechs seiner 5-MW-GenEco-PEM-Elektrolyseure.
Die Anlage soll jährlich rund 100 GWh grünen Wasserstoff produzieren, der an eine Fabrik von Kimberly-Clark geht. Dort soll er den Erdgasverbrauch um bis zu 50 Prozent senken und rund 18.300 Tonnen CO₂ pro Jahr einsparen. Das Projekt wird durch einen langfristigen Stromabnahmevertrag mit SEFE abgesichert.
Analysten uneins über weiteres Potenzial
Trotz der Fortschritte bleibt die Bewertung umstritten. B. Riley erhöhte das Kursziel auf 5,00 Dollar und bekräftigte die Kaufempfehlung – mit Verweis auf die wachsende Projektpipeline und den FID-Erfolg. Die Investmentforschungsplattform Simply Wall St kommt dagegen auf einen „narrativen fairen Wert“ von nur 2,83 Dollar und warnt vor Abwärtspotenzial, falls die aggressiven Wachstumsziele verfehlt werden.
Für 2029 rechnet das Unternehmen intern mit 1,2 Milliarden Dollar Umsatz und 138,6 Millionen Dollar Gewinn. Die Analystenschätzungen liegen mit 1,0 Milliarden Dollar und 114 Millionen Dollar darunter.
Der RSI von 20,4 signalisiert inzwischen eine technische Überverkaufssituation. Seit Jahresanfang hat die Aktie knapp 80 Prozent zugelegt – die Kurserholung ist bereits weit fortgeschritten. Ob der Turnaround nachhaltig gelingt, entscheidet sich im vierten Quartal 2026: Dann muss Plug Power positives EBITDAS vorweisen.
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