Plug Power Aktie: Austausch von 20.000 Amazon-Einheiten geplant

Trotz operativer Fortschritte und KI-Fantasie belasten hohe Kapitalverluste die Aktie von Plug Power.

Auf einen Blick:
  • Mehrere Banken erhöhen Kursziele
  • Wasserstoff für KI-Rechenzentren geplant
  • Umsatz im Elektrolyseur-Geschäft vervierfacht
  • Hoher Kapitalverbrauch bleibt Risikofaktor

Offiziell rät die Wall Street bei Plug Power zum Halten. Unter der Oberfläche bröckelt dieser Konsens allerdings gewaltig. Nach überraschend starken Quartalszahlen heben gleich mehrere Investmentbanken ihre Kursziele an. Das befeuert eine ohnehin rasante Rally. Auf Jahressicht steht ein Plus von satten 369 Prozent auf dem Kurszettel.

B. Riley sieht den fairen Wert nun bei 5 US-Dollar und empfiehlt den Kauf. Canaccord Genuity und TD Cowen ziehen ebenfalls nach. Sie heben ihre Ziele auf 4 beziehungsweise 3 Dollar an. Die Fantasie der Analysten ruht auf einem gigantischen neuen Markt.

Rechenzentren für Künstliche Intelligenz brauchen verlässliche Energie. Plug Power will diese Lücke mit Wasserstoff-Brennstoffzellen schließen. Die Anlagen kappen die Abhängigkeit vom lokalen Stromnetz. Sie liefern eine stabile Grundlast. Bis 2030 fließen schätzungsweise bis zu sieben Billionen Dollar in neue Datenzentren. Ein kleiner Anteil daran würde die aktuelle Bewertung des Unternehmens massiv verändern.

Frischer Wind im Kerngeschäft

Abseits der KI-Pläne liefert das Elektrolyseur-Geschäft handfeste Fortschritte. Der Umsatz in diesem Segment kletterte im ersten Quartal 2026 auf knapp 41 Millionen Dollar. Der Erlös hat sich damit gegenüber dem Vorjahr mehr als vervierfacht. Treiber waren abgeschlossene Projekte in Europa sowie ein neuer Großauftrag in Kanada.

Hinzu kommt ein anstehender Erneuerungszyklus. Plug Power rüstete 2016 die ersten Amazon-Standorte mit Brennstoffzellen aus. Diese Geräte kommen nun in die Jahre. Ab Ende 2026 plant das Management den Austausch an jährlich zehn bis zwölf Amazon-Standorten. Das betrifft insgesamt rund 20.000 Einheiten. Auch bei Walmart, BMW und Stellantis stehen neue Projekte an.

Das Risiko der leeren Kassen

Trotz der operativen Erfolge bleibt eine gewaltige Schwachstelle. Das Unternehmen verbrennt rasant Kapital. Allein im ersten Quartal flossen über 150 Millionen Dollar in den laufenden Betrieb. Für Aktionäre bedeutet das ein ständiges Verwässerungsrisiko durch mögliche Kapitalerhöhungen.

Kein Wunder. Leerverkäufer wetten weiterhin massiv gegen die Aktie. Die Unsicherheit spiegelt sich in extremen Kursschwankungen wider. Die annualisierte Volatilität liegt bei fast 98 Prozent. Aktuell notiert das Papier bei 3,27 Euro. Ein Relative-Stärke-Index von 16,6 signalisiert dabei einen stark überverkauften Zustand.

Der Fahrplan zur Profitabilität

Das Management steuert nun energisch gegen. Im vierten Quartal soll das operative Ergebnis vor Abschreibungen positiv ausfallen. Bis Ende 2027 plant Plug Power einen operativen Gewinn. Ein Jahr später soll unter dem Strich ein Nettogewinn stehen.

Um die Kasse kurzfristig zu füllen, verkauft der Konzern Vermögenswerte. Bis Ende Mai bringt der Verkauf von Steuergutschriften knapp 39 Millionen Dollar ein. Im Juni folgt eine weitere Transaktion über rund 142 Millionen Dollar. Am 11. Juni stellt sich der Vorstand dann auf der Hauptversammlung den Fragen der Aktionäre.

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