Plug Power arbeitet mit Hochdruck an seiner Kapitalstruktur, während sich der Wasserstoffkonzern auf die Vorlage der Zahlen zum zweiten Quartal am 10. August vorbereitet. Chief Executive Officer Jose Luis Crespo, der die Rolle im März von Andy Marsh übernommen hat, treibt seit Monaten ein Sparprogramm voran – nun kommen konkrete Finanzierungsschritte hinzu.
Projektverkäufe bringen frisches Kapital
Am 13. Juli unterzeichnete Plug Power eine endgültige Vereinbarung zum Verkauf seines Wasserstoffprojekts in Graham, Texas. Parallel leitete das Unternehmen den gestaffelten Abschluss des New York Gateway Project an Stream Data Centers ein. Die beiden Transaktionen sollen dem Konzern rund 80 Millionen US-Dollar an unmittelbarer Liquidität verschaffen. Für ein Unternehmen, das seit längerem unter hohem Cash-Verbrauch leidet, ist das ein wichtiger Baustein, um die Zeit bis zur angepeilten Profitabilität zu überbrücken.
Project Quantum Leap und wachsende Produktionskapazität
Ende Juli, am 30. Juli, stellte Plug Power offiziell sein Umbauprogramm mit dem Namen „Project Quantum Leap“ vor. Kernpunkte sind eine verstärkte Lobbyarbeit für die US-Steuervergünstigungen 45V und 48E im Bereich grüner Wasserstoff sowie die Straffung globaler Produktionsstandorte. Das Programm soll die operativen Kosten senken und den Weg zu einem nachhaltigeren Geschäftsmodell absichern.
Auf der Produktionsseite meldete das Unternehmen am 3. August einen weiteren Fortschritt: Die gesamte Flüssigwasserstoff-Kapazität an den Werken in Georgia, Tennessee und Louisiana liegt inzwischen bei 40 Tonnen pro Tag. Diese Ausbaustufe soll die Versorgung industrieller Kunden stabilisieren und gleichzeitig als Argument für den geplanten Turnaround dienen, den Crespo bei seinem Amtsantritt in Aussicht gestellt hatte.
Auch außerhalb der USA expandiert Plug Power. Der australische Sprengstoff- und Bergbauzulieferer Orica erteilte dem Konzern am 7. Juli einen Auftrag über einen 50-Megawatt-Elektrolyseur für den Hunter Valley Hub in Australien, nachdem das Projekt dort die endgültige Investitionsentscheidung erreicht hatte. Der Auftrag zeigt, dass Plug Power trotz der Sparmaßnahmen weiterhin neue Elektrolyse-Kapazitäten platzieren kann.
Führungswechsel, Investoren und die Frage der Verwässerung
Der Wechsel an der Unternehmensspitze bleibt für Anleger ein zentrales Thema. Seit März führt Crespo den Konzern, während Marsh als Executive Chairman im Vorstand verblieben ist. Mitte April, am 16. April, stellte sich Crespo in einer öffentlichen Fragerunde direkt den Sorgen von Privatanlegern – insbesondere zur Verwässerung der Aktie und zum Weg hin zu tragfähigem Wachstum. Dass dieses Thema noch immer virulent ist, zeigt auch eine am 29. Juli bei der US-Börsenaufsicht eingereichte, aktualisierte Offenlegung zu passiven Investmentpositionen (Schedule 13G/A), aus der veränderte institutionelle Beteiligungsverhältnisse hervorgehen.
Der Kurs bleibt unter Druck
An der Börse hat sich die Gemengelage aus Sparprogramm, Projektverkäufen und Führungswechsel bislang nicht in einer nachhaltigen Erholung niedergeschlagen. Die Aktie notiert aktuell bei 1,81 Euro und legt am heutigen Donnerstag um 0,82 Prozent zu. Auf Monatssicht bleibt der Titel jedoch deutlich im Minus: In den vergangenen 30 Tagen verlor die Aktie 16,87 Prozent an Wert. Vom 52-Wochen-Hoch bei 4,04 Euro, erreicht Anfang Oktober, trennen das Papier inzwischen mehr als die Hälfte des damaligen Kurses. Der RSI von 39,5 signalisiert eine leicht überverkaufte Marktlage, ohne dass sich daraus eine klare Trendwende ableiten lässt.
Für Anleger bleibt der 10. August der entscheidende Termin. Dann muss Plug Power zeigen, ob die frisch generierte Liquidität aus den Projektverkäufen, die gesteigerte Produktionskapazität und das neue Kostenprogramm bereits sichtbare Spuren in der Bilanz hinterlassen – oder ob der Konzern weiterhin auf externe Kapitalquellen angewiesen bleibt.
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