Ein 50-Megawatt-Großauftrag aus Australien konnte den Kurs nicht retten. Plug Power fiel am Freitag um 7,07 Prozent auf 1,94 Euro. Auf Wochensicht summiert sich der Verlust auf 16,38 Prozent, über 30 Tage sind es sogar 21,58 Prozent.
Der Wasserstoff-Konzern steckt mitten in einer branchenweiten Verkaufswelle. Analysten positionieren sich neu, während Anleger nach der jüngsten Rally in Wasserstoff- und Clean-Power-Werten Gewinne mitnehmen. Diese Kombination trifft Plug Power besonders hart.
Analysten uneinig über Kursziel
Susquehanna-Analyst Biju Perincheril beließ seine Einstufung bei „Neutral“, senkte aber sein Kursziel deutlich. Von 3,75 Dollar ging es auf 2,50 Dollar herunter. Die Kürzung erfolgte kurz vor dem starken Kursrutsch am Freitag.
Nicht alle Analysten sehen die Lage so pessimistisch. Morgan Stanley erhöhte sein Kursziel in derselben Woche von 1,50 auf 1,65 Dollar. Die Spanne zwischen den beiden Einschätzungen zeigt: An der Wall Street herrscht keine Einigkeit über die kurzfristige Richtung der Aktie.
Hunter Valley bringt Fortschritt, aber keine Kurswende
Während der Kurs abrutschte, meldete Plug Power operativ gute Nachrichten. Der Konzern erhielt einen Großauftrag über 50 Megawatt für den Hunter Valley Hydrogen Hub in Australien. Partner ist der Chemiekonzern Orica.
Das Projekt hat die finale Investitionsentscheidung bereits durchlaufen und geht nun in die Umsetzungsphase. Berichte bezeichnen es als die größte grüne Wasserstoffinitiative Australiens, die diesen Meilenstein je erreicht hat. Trotzdem konnte die gute Nachricht die Verkaufsdynamik nicht stoppen.
Genau das macht die aktuelle Marktlage bemerkenswert. Operative Erfolge zählen gerade wenig, wenn die Stimmung gegen eine ganze Branche dreht.
Charttechnik zeigt überverkauften Zustand
Der Freitagsschluss von 1,94 Euro liegt 47,82 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 3,72 Euro, erreicht Anfang Juni. In Dollar gerechnet markierte die Aktie ihren Jahreshöchststand bereits im Oktober 2025 bei 4,58 Dollar. Damals überzeugte Plug Power mit beschleunigtem Umsatzwachstum und schrumpfenden Verlusten.
Seitdem ging viel von dieser Dynamik verloren. Sinkende Förderungen für saubere Energie, Zinssorgen und eine zögerliche Adaption der Wasserstofftechnologie belasten den Titel spürbar.
Aktuell notiert die Aktie deutlich unter ihrem 50-Tage-Durchschnitt von 2,73 Euro und auch unter dem 200-Tage-Durchschnitt von 2,26 Euro. Der 14-Tage-RSI liegt bei 27 – ein Wert, der auf eine überverkaufte Situation hindeutet. Die annualisierte 30-Tage-Volatilität von 61,34 Prozent unterstreicht, wie nervös der Handel in der Aktie derzeit verläuft.
Langfristige Aktionäre stehen trotz des Rückschlags nicht komplett auf der Verliererseite. Auf Jahressicht steht die Aktie noch mit 2,15 Prozent im Plus, gegenüber dem Vorjahresniveau sogar mit 35,44 Prozent. Ob sich der Kurs stabilisiert, dürfte maßgeblich vom nächsten Quartalsbericht und vom Fortschritt bei den internationalen Elektrolyseur-Projekten in Australien und Dänemark abhängen.
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