Plug Power sammelt frisches Kapital aus dem Verkauf von Projekten ein und erhält dafür Zuspruch von mehreren Analysehäusern. Der Wasserstoffkonzern hat nach eigenen Angaben zwischen Juli und August bereits rund 47 Millionen Dollar aus der Veräußerung des Graham-Projekts in Texas sowie dem gestaffelten Verkauf des New-York-Gateway-Vorhabens an Stream Data Centers eingenommen. Das Unternehmen verfolgt damit ein Monetarisierungsprogramm, das insgesamt mehr als 275 Millionen Dollar an Liquidität freisetzen soll.
Kursziele klettern nach den Quartalszahlen
Nach den am vergangenen Mittwoch veröffentlichten Quartalszahlen reagierten mehrere Analysten mit angehobenen Erwartungen. Roth Capital erhöhte sein Kursziel auf 5,00 Dollar von zuvor 3,50 Dollar.
Der Analyst begründet den Schritt mit der sich verbessernden Margenentwicklung und der insgesamt fortschreitenden Turnaround-Geschichte des Unternehmens. Auch Canaccord Genuity zog nach und hob sein Kursziel auf 2,50 Dollar von 1,25 Dollar an, blieb dabei allerdings bei einer Hold-Einstufung.
TD Cowen bestätigte seine Kaufempfehlung mit einem Kursziel von 4,50 Dollar und verweist auf den Umsatz- und Margenbeat des Konzerns. Wolfe Research hingegen beließ es bei einer Hold-Bewertung. Die Spannbreite der Einschätzungen zeigt, dass der Markt die operative Verbesserung zwar anerkennt, über das Ausmaß der Erholung aber uneinig bleibt.
Diese Divergenz spiegelt sich auch in der Aktie selbst wider. Der Schlusskurs lag am Freitag bei 1,90 Euro, nach einem Tagesminus von 2,2 Prozent. Auf Wochensicht steht ein Rückgang von 2,4 Prozent, während sich das Papier auf Monatssicht um 15 Prozent verteuert hat.
Vom 52-Wochen-Hoch bei 4,04 Euro, erreicht am 6. Oktober 2025, trennen die Aktie derzeit 53 Prozent – ein Abstand, der die Vorsicht der zurückhaltenderen Analysten unterstreicht.
Zinsumfeld belastet die gesamte Branche
Der jüngste Kursrückgang lässt sich nicht auf eine unternehmensspezifische Meldung zurückführen. Vielmehr steht die gesamte Wasserstoff- und Brennstoffzellenbranche unter Druck, weil die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen nahe ihrem 52-Wochen-Hoch notiert.
Kapitalintensive Unternehmen mit hohem Finanzierungsbedarf wie Plug Power leiden unter höheren Diskontierungssätzen und steigenden Kreditkosten – ein Effekt, der auch Wettbewerber wie Bloom Energy und FuelCell Energy zuletzt belastete.
Für Plug Power selbst hat der Fortschritt bei der Kapitalfreisetzung dennoch strategische Bedeutung. Die im Rahmen des Monetarisierungsprogramms erzielten Erlöse fließen direkt in die Reduzierung des Barmittelverbrauchs ein, der im vergangenen Quartal bereits um 58 Prozent gegenüber dem Vorquartal zurückging.
Zusammen mit der auf 15 bis 16 Prozent angehobenen Umsatzprognose für das Gesamtjahr und dem Ziel, im vierten Quartal ein positives bereinigtes Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen zu erreichen, liefert das Unternehmen den Analysten Argumente für ihre optimistischeren Einschätzungen.
Ob sich diese Fortschritte in nachhaltig steigenden Kursen niederschlagen, dürfte jedoch auch davon abhängen, wie sich das Zinsumfeld in den kommenden Monaten entwickelt.
Auch institutionelle Investoren zeigten zuletzt Interesse: BlackRock stockte seine Beteiligung im zweiten Quartal um 21,0 Prozent auf, UBS Group hatte ihre Position bereits im ersten Quartal um 63,3 Prozent ausgebaut. Diese Zukäufe fallen in eine Phase, in der das Unternehmen operativ Fortschritte zeigt, die Bewertung an der Börse aber weiterhin deutlich unter den Höchstständen des vergangenen Jahres liegt.
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