Plug Power Aktie: 25. Juli als Prüfstein

Plug Power veräußert Fabrikgrundstücke zur Liquiditätssicherung, während der operative Geldabfluss hoch bleibt. Analysten bezweifeln die Nachhaltigkeit dieser Strategie.

Auf einen Blick:
  • Verkauf von Texas- und New-York-Projekten
  • Liquidität schmilzt schneller als neue Deals
  • Operative Verluste trotz Umsatzsteigerung
  • Entscheidende Frist endet am 25. Juli

Plug Power verkauft Fabrikgrundstücke, um flüssig zu bleiben. Die Frage ist, ob das reicht. Der Wasserstoffkonzern verbrennt weiter Geld schneller, als neue Deals es hereinholen.

Die Aktie schloss am Freitag bei 1,88 Euro, nahezu unverändert zum Vortag. Über die vergangene Woche verlor das Papier 3,74 Prozent, binnen eines Monats sogar 18,42 Prozent. Zum Jahreshoch von 3,72 Euro aus dem Juni klafft mittlerweile eine Lücke von fast der Hälfte.

Bargeld schmilzt schneller als der Rettungsplan wächst

Der Kern des Problems ist simple Mathematik. Ende Juni verfügte Plug Power noch über rund 162 Millionen Dollar an frei verfügbaren Mitteln. Das ist ein Rückgang von 27 Prozent gegenüber den 223,2 Millionen Dollar Ende März. Allein im ersten Quartal verbrannte das operative Geschäft 150 Millionen Dollar.

Um diese Lücke zu schließen, verkauft Plug Power jetzt Vermögenswerte an Stream US Data Centers. Zwei Deals stehen im Zentrum: das Texas-Projekt in Graham und das New-York-Gateway-Projekt.

Für Graham zahlt Stream bis zu 76,5 Millionen Dollar für Grundstück und 164 Megawatt an Netzanschlussrechten. Hinzu kommt eine erwartete Freigabe von rund 14 Millionen Dollar aus hinterlegten Sicherheiten. In Summe könnte die Transaktion also bis zu 90,5 Millionen Dollar an Liquidität bringen.

Beim New-York-Projekt steht der Kaufpreis inzwischen bei 142 Millionen Dollar fest. 21,5 Millionen Dollar davon fließen erst nach Freigabe der Treuhandkonten. Die Frist für die übrigen Vermögenswerte verlängerte sich bis Ende März 2027.

Zusammengerechnet ergibt das theoretisch rund 53 Prozent des Kapitals, das allein im ersten Quartal verbrannt wurde. Das verschafft Zeit. Es beweist aber nicht, dass das Kerngeschäft sich selbst tragen kann.

Ein wackliger Zeitplan

Die genannten Zahlen sind alles andere als in Stein gemeißelt. Stream kann den Texas-Vertrag während der laufenden Prüfungsphase bis zum 25. Juli jederzeit einseitig kündigen. Fällt die bestätigte Netzkapazität unter 164 Megawatt, schrumpft auch die Zahlung entsprechend.

Rund 35 Prozent des Texas-Kaufpreises hängen an dieser Bedingung. Umgerechnet zahlt Stream etwa 466.000 Dollar pro Megawatt – aber eben nur, wenn die Last tatsächlich bestätigt wird. Beim New-York-Deal drohen zusätzlich Verzögerungen durch Umwelt- und Regulierungsprüfungen, die den zweiten Closing-Termin verschieben oder ganz verhindern könnten.

Analysten von Simply Wall St äußerten sich zuletzt besorgt über die Nachhaltigkeit dieser Lösung. Die Aktie war zuvor binnen weniger Sitzungen um mehr als 30 Prozent eingebrochen – Investoren sorgten sich um Liquidität, negativen freien Cashflow und Aktienverkäufe von Insidern. Nach Einschätzung der Analysten reicht die Kasse für weniger als ein Jahr. Das Unternehmen hat Aktionäre im vergangenen Jahr bereits verwässert, Asset-Verkäufe dürften den Bedarf an frischem externem Kapital daher kaum vollständig beseitigen.

Operativ tut sich etwas – finanziell bleibt der Druck

Die Liquiditätssorgen stehen im Kontrast zu echten operativen Fortschritten. Der Umsatz im ersten Quartal stieg um 22 Prozent auf 163,5 Millionen Dollar. Die Bruttomarge verbesserte sich deutlich von minus 55 Prozent auf minus 13 Prozent.

Der operative Mittelabfluss wuchs im gleichen Zeitraum jedoch von 105,6 Millionen auf 150 Millionen Dollar. CEO José Luis Crespo sieht darin dennoch einen Wendepunkt. Die Zahlen würden das Unternehmen in die Lage versetzen, das Ziel eines positiven EBITDAS im vierten Quartal 2026 zu erreichen, so Crespo.

Die Wall Street bleibt trotzdem skeptisch. Der Analystenkonsens lautet „Halten“, das durchschnittliche Kursziel liegt bei etwa 3,22 Dollar. Susquehanna senkte sein Kursziel jüngst auf 2,50 Dollar bei neutraler Einstufung. Morgan Stanley hob sein Ziel zwar auf 1,65 Dollar an, bewertet die Aktie aber weiter mit „Underweight“. Wells Fargo erhöhte sein Ziel auf 2,50 Dollar bei einem Rating von „Equal-Weight“.

Der 25. Juli als nächster Prüfstein

Die Aktie notiert 28,75 Prozent unter ihrem 50-Tage-Durchschnitt, der 14-Tage-RSI von 28 signalisiert überverkauftes Terrain. Bei einer annualisierten 30-Tage-Volatilität von gut 50 Prozent kann jede neue Meldung den Kurs kräftig bewegen.

Der 25. Juli markiert das Ende der Prüfungsphase, in der Stream den Texas-Deal noch einseitig kündigen kann. Bis dahin bleibt offen, ob die angekündigten Vermögensverkäufe frisches Kapital tatsächlich ersetzen können – oder ob Plug Power am Ende doch wieder an die Kapitalmärkte muss.

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