Vom 52-Wochen-Hoch zum Wochenverlust in wenigen Tagen — Plug Power hat eine turbulente Woche hinter sich. Nachdem die Aktie am 2. Juni noch bei 3,72 Euro notierte, schloss sie am Freitag bei 2,80 Euro. Das entspricht einem Wochenverlust von fast 18 Prozent. Zwei konkrete Ereignisse in den kommenden Wochen treiben die Unsicherheit.
Hauptversammlung: 25 Millionen neue Aktien zur Abstimmung
Am 11. Juni stimmen die Aktionäre über eine Erweiterung des Aktienoptionsplans ab. Der Vorschlag sieht vor, den reservierten Pool von 91,4 Millionen auf 116,4 Millionen Aktien zu erhöhen — ein Plus von 25 Millionen Titeln. Das Management begründet den Schritt mit Talentbindung und langfristigen Incentives.
Für Aktionäre ist das Verwässerungspotenzial das eigentliche Problem. Auch wenn die Optionen nicht sofort ausgeübt werden, lastet der Überhang auf dem Kurs. CEO Jose Luis Crespo wird im Anschluss an den formellen Teil eine Unternehmenspräsentation halten — Investoren erhoffen sich dabei Klarheit zu Cashburn und den Plänen für weitere Steuergutschrift-Transaktionen.
Gateway-Verkauf: 142 Millionen Dollar bis Ende Juni
Parallel läuft eine Frist, die für die Liquiditätslage entscheidend ist. Plug Power will sein Project-Gateway-Gelände in New York — inklusive Grundstück, Infrastruktur und Umspannwerksanlagen — bis zum 30. Juni an Stream Data Centers verkaufen. Der Deal soll zwischen 132,5 und 142 Millionen Dollar einbringen.
Die Liquiditätssituation macht den Abschluss dringlich. Ende März verfügte das Unternehmen über Gesamtliquidität von mehr als 802 Millionen Dollar, davon waren jedoch nur 223 Millionen frei verfügbar. Rund 579 Millionen Dollar sind gebunden und werden voraussichtlich in Tranchen von etwa 50 Millionen Dollar pro Quartal freigegeben. Schließt der Gateway-Deal planmäßig, verbessert sich die Ausgangslage für das erklärte Ziel erheblich: EBITDAS-positiv im vierten Quartal 2026.
Operativer Fortschritt trotz Kursrückgang
Der Sell-off kontrastiert mit einem starken ersten Quartal. Der Umsatz stieg um 22 Prozent auf 163,5 Millionen Dollar. Besonders auffällig: das Elektrolyseur-Segment legte um 343 Prozent zu, von 9,2 auf 40,8 Millionen Dollar — getrieben durch Projektabschlüsse in Europa und einen neuen 275-MW-Auftrag in Kanada. Die Bruttomarge verbesserte sich von minus 55 auf minus 13 Prozent.
Trotz des jüngsten Einbruchs liegt die Aktie auf Jahressicht noch rund 47 Prozent im Plus, der 50-Tage-Durchschnitt bei 2,74 Euro wurde knapp gehalten. Von 25 Analysten lautet der Konsens derzeit „Hold“ — die Meinungen über Profitabilität und Kapitalbedarf gehen dabei deutlich auseinander.
Scheitert der Gateway-Verkauf oder überrascht die Hauptversammlung negativ, dürfte der Fokus schnell wieder auf den Cashburn und möglichen Kapitalmaßnahmen liegen. Gelingt beides, hat die 2026er-Rallye ein solideres Fundament.
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