Plug Power bekommt in Großbritannien ein Projekt in die Ausführung, nicht nur in die Pipeline. Das Barrow-Green-Hydrogen-Projekt hat die finale Investitionsentscheidung erreicht. Für den Wasserstoffspezialisten ist das operativ ein Fortschritt — am Kapitalmarkt reicht genau das bislang nur begrenzt.
Barrow geht in die Umsetzung
Das Projekt in Barrow-in-Furness in Cumbria wird von Carlton Power und Schroders Greencoat entwickelt. Plug Power liefert die Kerntechnik: sechs PEM-Elektrolyseure mit jeweils 5 Megawatt Leistung. Damit rückt die 30-Megawatt-Anlage in die konkrete Bau- und Umsetzungsphase.
Die Anlage soll jährlich rund 100 Gigawattstunden grünen Wasserstoff produzieren. Ein wichtiger Abnehmer ist das Kimberly-Clark-Werk vor Ort, das Marken wie Andrex und Kleenex herstellt. Dort soll Wasserstoff den Erdgasverbrauch um bis zu 50 Prozent senken und die Emissionen um geschätzt 18.300 Tonnen CO₂ pro Jahr reduzieren.
Unterstützung kommt über das britische Fördermodell für Wasserstoffproduktion. Für die Stromversorgung besteht ein langfristiger Liefervertrag mit SEFE. Während der Bauphase sollen rund 200 Arbeitsplätze entstehen, der volle kommerzielle Betrieb ist für 2028 geplant.
Für Plug Power ist Barrow mehr als ein Einzelauftrag. Es ist das erste von drei geplanten, staatlich unterstützten Projekten in Großbritannien, das diese Schwelle erreicht. Die britische Pipeline des Unternehmens umfasst derzeit 55 Megawatt, mit weiteren Standorten in Trafford und Langage.
Operativer Fortschritt, skeptischer Markt
Die Aktie reagiert bislang verhalten. In Euro schloss Plug Power gestern bei 2,83 Euro; auf Wochensicht steht ein Minus von 13,24 Prozent, seit Jahresanfang aber noch ein Plus von 49,25 Prozent. Das zeigt die Lage recht gut: Die Erholung ist intakt, die Schwankungen bleiben hoch.
Auch im Sektor fällt Plug Power nicht als klarer Gewinner auf. Während andere Wasserstoffwerte zuletzt stärker von Fantasie rund um Stromlösungen für KI-Rechenzentren profitierten, blieb die Bewegung bei Plug moderater. Der Markt bevorzugt derzeit Unternehmen mit sichtbareren Großaufträgen in diesem Segment.
Wells Fargo hob das Kursziel am selben Tag von 2,00 auf 2,50 Dollar an, blieb aber bei einer neutralen Einstufung. Das passt zur gemischten Ausgangslage. Der Auftrag verbessert die industrielle Sichtbarkeit, löst aber nicht automatisch die Finanzfragen.
Im ersten Quartal erzielte Plug Power einen Umsatz von 163,51 Millionen Dollar, ein Anstieg um 22,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Unter dem Strich stand dennoch ein GAAP-Nettoverlust von 245,3 Millionen Dollar. Wachstum ist also vorhanden, Profitabilität noch nicht.
Margen werden zum Prüfstein
Immerhin bewegen sich die Margen in die richtige Richtung. Die Bruttomarge verbesserte sich von minus 55 auf minus 13 Prozent. Auch bei Servicekosten und Kraftstoffmargen meldete das Unternehmen Fortschritte.
Der nächste konkrete Prüfpunkt liegt im vierten Quartal 2026: Bis dahin peilt Plug Power ein positives bereinigtes EBITDA an. Dafür zählen neben Barrow vor allem die verfügbaren liquiden Mittel von 223,2 Millionen Dollar und eine globale Vertriebspipeline von mehr als 2 Milliarden Dollar. Aus dem britischen Projekt wird erst dann ein echter Kurstreiber, wenn daraus wiederholbare Umsätze mit besseren Margen entstehen.
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