Nach der massiven Rallye beim Platinpreis 2025 und Anfang 2026 ist die Edelmetall-Notierung in eine Konsolidierungsphase gewechselt. Derzeit kostet eine Unze Platin rund 1.939 US-Dollar. Zum Vergleich: Im Januar wurde das Metall teilweise noch mit mehr als 2.600 Dollar gehandelt (Stand: 20.05.2026, 10:45 Uhr).
Kürzlich hat das Analysehaus Metals Focus eine interessante Studie veröffentlicht, die 2026 deutliche Preissteigerungen bei allen drei wichtigen Platingruppenmetallen (PGM) prognostiziert. Hierüber berichtete die Nachrichtenagentur Reuters. Das Preisplus soll demnach jedoch in unterschiedlichem Ausmaß erfolgen. Platin und Rhodium sollen dabei Palladium klar hinter sich lassen.
Platinpreis: Zweistellige Preissprünge erwartet
Metals Focus prognostiziert für Platin einen Preisanstieg von 71 Prozent im laufenden Jahr, für Rhodium von 62 Prozent und für Palladium von 37 Prozent. Treiber sind anhaltende Angebotsdefizite, die sich über mehrere Jahre aufgebaut haben.
Im Vergleich zum Vorjahr liegen Platin, Palladium, Rhodium und Ruthenium trotz der erwähnten Konsolidierung um 110, 51, 83 und 158 Prozent höher. Verantwortlich für die jüngste Korrektur ist vor allem der Iran-Krieg sowie dessen negative Effekte auf sämtliche Edelmetall-Notierungen.
Platinpreis: Strukturelles Angebotsdefizit als Fundament
Die jahrelangen Angebotsdefizite machen sich zunehmend in der physischen Verfügbarkeit bemerkbar – erkennbar an nach wie vor erhöhten Leihgebühren in London, die nach extremen Ausschlägen im Jahr 2025 noch immer auf hohem Niveau verharren. Damals hatten Zollsorgen massive Abflüsse von Londoner Beständen in US-amerikanische Lager ausgelöst, so der Reuters-Bericht.
Wilma Swarts, Leiterin des PGM-Bereichs bei Metals Focus, betonte, dass der gesamte Markt abgesehen von der Covid-Pandemie strukturell auf ein höheres Niveau geklettert sei. Das Wachstum von Elektrofahrzeugen ohne Platinmetalle habe sich bisher als weniger dramatisch erwiesen als erwartet.
Platin profitiert dabei von einer breiteren Nachfragebasis als die anderen Metalle: Neben dem Einsatz in Fahrzeugkatalysatoren spielt es auch in der Schmuckindustrie eine Rolle und weist eine starke Korrelation mit dem Goldpreis auf.
Platinpreis: Bergbau kann nicht schnell reagieren
Selbst bei weiterer Margenverbesserung im Jahr 2026 sei die Bergbaubranche kaum in der Lage, die Produktion kurzfristig hochzufahren, da der Aufbau neuer Kapazitäten Jahre in Anspruch nimmt, so die Analysten. Nach drei aufeinanderfolgenden Jahren rückläufiger Preise war der Gesamtkorb der Platinmetalle 2025 um 28 Prozent gestiegen – genug, um die Gewinnmargen der Produzenten auf ein Dreijahreshoch zu verdoppeln.
Platin, Palladium und Rhodium sind Edelmetalle, die vor allem in Katalysatoren von Verbrennungsmotoren eingesetzt werden, um Schadstoffemissionen zu reduzieren. Die wichtigsten Förderländer sind Südafrika und Russland, was die Versorgung anfällig für geopolitische Risiken macht.
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